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Psychotherapie: Reizkonfrontation

Techniken der Reizkonfrontation, auch Exposition genannt, dienen dem Abbau von Ängsten, dabei soll vor allem dem Vermeiden bestimmter furcht- bzw. angsteinflößender Gedanken und Situationen entgegengewirkt werden. In erster Linie wird Reizkonfrontation bei Angststörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen, sowie Ess- und Zwangsstörungen eingesetzt.

Zwei Methodikbeispiele der Reizkonfrontation sind die so genannte systematische Desensibilisierung und die Reizüberflutung. Grundannahme der systematischen Desensibilisierung ist, dass ängstliche Erregung und körperliche Entspannung nicht gleichzeitig bestehen können. Der Patient bewältigt seine Angst, indem er unter Einsatz von Entspannungsmethoden (z.B. Muskelrelaxation nach Jacobson) schrittweise (graduiert) mit dem Angst auslösenden Objekt oder der beängstigenden Situation (vom schwächsten Angst auslösenden Faktor bis zum stärksten) konfrontiert wird. Die angstauslösenden Situationen werden erst in Gedanken durchgespielt und dann konkret erlebt – in einem Zustand der Entspannung. Die Methode strebt ein von Beginn an angstfreies Erleben der Situation an und wird vor allem bei spezifischen Phobien (z.B. Prüfungsangst) angewandt.

Bei der Reizüberflutung (Flooding) wird der Patient von Anfang an dem am meisten Angst auslösenden Reiz ausgesetzt und motiviert, die Situation so lange auszuhalten, bis die Angst nachlässt. Dadurch wird erlernt, dass die erwarteten negativen Folgen nicht eintreffen, sondern dass man selbst Einfluss auf die gefürchtete Situation und die daran gekoppelte Angst nehmen kann. 

Fachliche Unterstützung: Dr. med. Sabine C. Herpertz, Heidelberg (DGPPN)