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Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT)?

Das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist die häufigste Todesursache vor dem 40. Lebensjahr in Deutschland. Mehr als die Hälfte aller Opfer von Verkehrsunfällen erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma. Exakte Daten über die Häufigkeit liegen in Deutschland nicht vor, Schätzungen gehen von 200 bis 300 Patienten mit SHT aller Schweregrade pro 100.00 Einwohner jährlich aus.

Schädel-Hirn-Trauma ist ein Oberbegriff für gedeckte bzw. offene Schädelverletzungen mit Gehirnbeteiligung. Auslöser ist eine Gewalteinwirkung auf den Kopf, zum Beispiel ein Schlag, Sturz oder Aufprall. Dies kann zu einem Schädelbruch, einer Hirnschwellung sowie unter anderem zu Blutungen im Gehirn führen, die direkt oder bis zu 48 Stunden nach der Verletzung auftreten können. Letztendlich kommt es dadurch – je nach Schwere der Verletzung - zu einer mehr oder weniger starken Schädigung des Gehirngewebes.

Menschen, die ein SHT erleiden, trifft es immer plötzlich und unerwartet. Der Unfall macht unter Umständen innerhalb von Sekunden aus einem Gesunden einen schwer Kranken, dessen Behandlung (insbesondere der Hirnschädigung und deren Folgen) und Wiederherstellung oft Monate und Jahre benötigt. Eine vollständige Rehabilitation ist unter Umständen bei weitem nicht immer möglich, so dass die Betroffenen möglicherweise ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten nicht wieder erlangen und auf Hilfe angewiesen bleiben.

Für den Arzt ist es zunächst schwierig, die Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas abzuschätzen. Zwischen dem Tod in der Akutphase und fast vollständiger Genesung (mit meist leichten Aufmerksamkeits- oder Gedächtnisstörungen) gibt es eine große Bandbreite zu verzeichnen. Da die Auswirkungen der Verletzung so unterschiedlich sein können, wird das entstandene Trauma nach Schweregraden eingeteilt.

Fachliche Unterstützung: Dr. med. Uwe Meier (BDN), Grevenbroich