Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Diagnostik des Parkinson-Syndroms

Die Diagnose des Parkinson-Syndroms wird anhand des Beschwerdebildes sowie der körperlichen und neurologischen Untersuchung gestellt. Der Neurologe/Nervenarzt informiert sich zunächst sehr genau über Beginn, Dauer und Art der Symptome, über mögliche Vorerkrankungen, Medikamenten-Einnahmen und ähnliche Erkrankungen in der näheren Verwandtschaft. Im Rahmen der Erstdiagnostik muss bei allen Betroffenen eine Bildgebung des Gehirns (Magnetresonanztomographie, MRT; Computertomographie, CT) erfolgen, um somit ein symptomatisches Parkinson-Syndrom auszuschließen.

Die Erkrankungsschwere kann anhand einer Bestimmung nach Hoehn und Yahr erfolgen, die  folgende Stadien umfasst:

Stadium 0                    

Keine Anzeichen der Erkrankung

Stadium 1

Einseitige Erkrankung

Stadium 1.5

Einseitige Erkrankung und Beteiligung der Körperachse

Stadium 2

Beidseitige Erkrankung ohne Gleichgewichtsstörung

Stadium 2.5

Leichte beidseitige Erkrankung mit Ausgleich beim Zugtest

Stadium 3

Leichte bis mäßige beidseitige Erkrankung - es besteht eine leichte Haltungsinstabilität, der Patient ist aber körperlich noch unabhängig.

Stadium 4

Starke Behinderung - der Patient kann aber noch ohne Hilfe laufen oder stehen.

Stadium 5

Der Patient ist ohne fremde Hilfe an den Rollstuhl gefesselt oder bettlägerig.

Sowohl bei der Erstdiagnose als auch im Erkrankungsverlauf gibt es klinische Aspekte, die für das idiopathische Parkinsonsyndrom charakteristisch sind und von dem behandelnden Neurologen regelmäßig untersucht werden:

  • Die Erkrankung beginnt auf einer Körperseite, z.B. zittert nur die rechte oder linke Hand oder nur der/das rechte oder linke Arm/Bein ist von der Muskelsteife betroffen. Kennzeichnend für ein IPS ist auch, dass diese Seitenunterschiede im Verlauf der Erkrankung lange bestehen bleiben.
  • Ein ausgeprägter Ruhetremor ist typisch, auch wenn nicht alle Patienten mit IPS ihn haben.
  • Beim IPS bessern sich die Symptome (eventuelle Ausnahme ist der Ruhetremor) nach einem Medikamenten-Test mit L-Dopa in der Regel innerhalb einer Stunde.
  • Wenn die Erkrankung über zehn oder mehr Jahre nur die vier Haupt-Symptome zeigt, aber keine Zusatzsymptome auftreten, spricht dies für ein IPS.

 

 

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Alfons Schnitzler und Priv.-Doz. Dr. Martin Südmeyer, Düsseldorf (DGN)