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Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Schlaganfall bei Kindern und Jugendlichen

In Deutschland wird jährlich bei etwa 300 Kindern ein Schlaganfall diagnostiziert. Die Dunkelziffer ist jedoch vermutlich höher, weil die Diagnose bei Kindern schwierig ist. Es kommt sogar vor, dass Ungeborene im Mutterleib von einem Schlaganfall betroffen sind. Die Ursachen können beispielsweise ein vererbtes erhöhtes Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels, das dann die Blutgefäße im Gehirn verstopft, angeborene Gefäßmissbildungen, eine Infektionskrankheit oder eine Herzerkrankung sein. Allerdings sind hier viele Zusammenhänge noch nicht ausreichend erforscht.

Der Schlaganfall macht sich bei den jungen Patienten häufig durch eine unerwartet auftretende Störung des Bewegungsablaufes, beispielsweise durch das Nachziehen eines Beines beim Gehen, oder durch eine unerklärliche Sprachstörung bemerkbar. Dabei muss berücksichtigt werden, dass im Unterschied zu Erwachsenen bei Kindern die Hirnreifung noch nicht abgeschlossen ist. Durch einen Schlaganfall verursachte Schäden am Gehirn treten deshalb bei Kindern manchmal erst Monate oder Jahre später in Erscheinung, was die Diagnose erschwert. Bei Neugeborenen fällt eine Halbseitenlähmung erst nach 6 Monaten auf.

Gerade bei Kindern bestehen nach einem Schlaganfall sehr gute Heilungschancen. Zwar können Kinder nicht wie Erwachsene therapiert werden, es bestehen jedoch eine Reihe von guten Behandlungsmöglichkeiten. Die meisten Kinder können nach einiger Zeit wieder ein ganz normales Leben führen. Nur bei etwa 10% bleibt nach einem Schlaganfall ein größeres Handicap zurück.

Um Eltern von betroffenen Kindern zu helfen, bieten verschiedene Organisationen, wie beispielsweise die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Elternsprechstunden und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern, Ärzten und Therapeuten an.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Christian Gerloff, Hamburg (DGN)