Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Behandlung und Therapiemöglichkeiten einer Suchterkrankung

Wer suchtkrank ist, braucht eine an die Art des Suchtmittels, das Stadium und die Schwere der Krankheit angepasste Behandlung. Für die meisten Betroffenen ist die absolute Enthaltsamkeit (Abstinenz) das Therapieziel, nur eine sehr kleine Minderheit kommt mit einem kontrollierten Gebrauch (z.B. „kontrolliertes Trinken" oder Methadongabe) zurecht. In Sinne einer Schadensbegrenzung, des frühzeitigen Einstiegs in die Therapie und eines niederschwelligen Zugangs kann ein reduzierter Konsum der Droge zunächst ein wichtiges Teilziel sein. Der Weg dorthin ist individuell unterschiedlich.

Entscheidend ist es, den Abhängigen im eigenen Interesse zur Entwöhnung zu motivieren sowie Maßnahmen, die einen Rückfall verhindern wie z.B. die Teilnahme an Selbsthilfegruppen, anzubieten. Es gilt, die Persönlichkeit des Betroffenen zu stabilisieren und das meist sehr reduzierte Selbstbewusstsein zu stärken. Die Bewältigung des normalen Alltags und ein Wiedereinstieg in den Beruf werden angestrebt. Der Patient muss zudem alternative Mechanismen bei Problemen und Konflikten erlernen, damit er in Stresssituationen und schlechten Zeiten nicht wieder zur Droge greift. Begleiterkrankungen müssen selbstverständlich ebenfalls behandelt werden, bei psychischen Problemen ist eine Psychotherapie angezeigt.

Vertrauenspersonen (Arzt, Angehörige), ambulante Einrichtungen (Beratungsstellen), Fachkliniken und Selbsthilfegruppen bilden die Basis für eine erfolgreiche Entwöhnung. Die Behandlung eines Abhängigen lässt sich in der Regel in folgende Phasen gliedern:

  • Kontakt– und Motivationsphase (ambulant)
  • Entgiftungsphase/körperlicher Entzug (Klinik)
  • Entwöhnungsbehandlung (Klinik)
  • Nachsorge- und Rehabilitationsphase (Klinik und ambulant)

Eine Einbeziehung der Angehörigen ist bei Einverständnis des Betroffenen grundsätzlich zu empfehlen.

Bei bestimmten Suchterkrankungen wie z.B. der Opiatabhängigkeit besteht darüber hinaus die Möglichkeit der Substitutionsbehandlung in spezialisierten Praxen oder Ambulanzen. Dabei ist nach den dementsprechenden medizinischen und gesetzlichen Richtlinien vorzugehen.

Fachliche Unterstützung: Dr. med. Anil Batra, Tübingen (DGPPN)