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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Was sind Cluster-Kopfschmerzen?

Beim Cluster-Kopfschmerz kommt es zu einseitigen sehr starken Attacken von Kopf- und Gesichtsschmerzen, die unbehandelt zwischen 15 und 180 Minuten dauern. Der Hauptschmerz liegt im Bereich hinter den Augen und in der Stirn- und Schläfenregion. Zur Diagnose werden wenigstens 5 Attacken mit mindestens einem Zusatzsymptom (Bindehautrötung, Augentränen, Zuschwellen der Nase, Naselaufen, Pupillenverengung, Oberlidsenkung, Oberlidschwellung, Schwitzen auf Stirn und Gesicht) gefordert. Die Patienten sind in dieser Phase unruhig und möchten sich bewegen.

Kopfschmerzattacke/Clusterkopfschmerz
(©Adam Gregor fotolia.com) Cluster-Kopfschmerzen sind starke, anfallsartike Attacken

Grundsätzlich wird zwischen episodischem und chronischem Cluster-Kopfschmerz unterschieden. Etwa dreiviertel der Patienten leiden unter episodischem Cluster-Kopfschmerz. Dabei wechseln sich schmerzfreie Phasen (mindestens 14 Tage bis mehrere Jahre) mit Intervallen ab, in denen es zu regelmäßigen Attacken kommt (2 bis 8 Wochen). Ein Viertel der Patienten leidet unter der chronischen Form, bei der einzelne Cluster-Perioden nicht mehr abgegrenzt werden können. Die Attacken treten häufig regelmäßig zur selben Tageszeit auf, oft in den ersten Stunden nach dem Einschlafen oder am frühen Morgen.

Schätzungsweise 70.000 Menschen sind in Deutschland vom Cluster-Kopfschmerz betroffen. Männer dreimal häufiger als Frauen. Die Patienten sind meist zwischen 30 und 40 Jahren alt, wenn die  Krankheit zum ersten Mal auftritt. Vier von fünf Patienten haben die Clusterattacken seit  mehr als 15 Jahren. Die familiäre Belastung ist mit 2 – 7% gering.

Fachliche Unterstützung: Prof. Diener, Essen (DGN)