Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Informationen für Angehörige

Die Betreuung und Pflege von Alzheimer-Patienten sind eine große Verantwortung und eine schwierige Aufgabe. Wichtig ist in erster Linie eine umfassende Aufklärung über das Krankheitsbild und die Auswirkungen der Alzheimer-Demenz. Mit dem Verlauf der Alzheimer-Erkrankung verändern sich das Verhalten und die Persönlichkeit der Betroffenen, ohne, dass diese selber etwas dagegen tun können. Es kann passieren, dass die Patienten selbst ihren Partner und ihre Kinder nicht mehr erkennen. Dies ist für Angehörige traurig und belastend.

Familienmitglieder, die ihre erkrankten Angehörigen pflegen, leiden sehr häufig unter psychischem Stress und laufen selbst Gefahr, depressive Verstimmungen zu bekommen. Viele Angehörige von Patienten mit Alzheimer-Demenz nehmen daher psychosoziale Betreuung an oder organisieren sich daher in Selbsthilfegruppen und teilen in der Gemeinschaft die oft aufreibenden und belastenden Erlebnisse der Betreuung. Wichtig sind persönliche Auszeiten von der Betreuung, suchen Sie und akzeptieren Sie Hilfe!

Hier ein paar allgemeine Tipps für den Umgang mit Alzheimer-Patienten:

  • Nehmen Sie den Patienten und seine Gefühle ernst! Zeigen Sie Respekt!
  • Sprechen Sie langsam, aber deutlich bestimmt. Unterstreichen Sie das Gesagte mit Mimik und Geste
  • Wiederholen Sie wichtige Informationen.
  • Diskutieren Sie nicht.
  • Ignorieren Sie Anschuldigungen und nehmen diese nicht persönlich.
  • Seien Sie möglichst ruhig, geduldig und verständnisvoll.
  • Integrieren Sie den Patienten in den Alltag, geben Sie ihm das Gefühl der Zugehörigkeit. Sprechen Sie mit ihm, erzählen Sie ihm z.B. von gemeinsamen Erlebnissen.
  • Nutzen Sie die verbliebenen Fähigkeiten, ohne den Kranken zu überfordern. Praktische Tätigkeiten, gemeinsames Singen und Musizieren, Malen, Basteln oder Spaziergänge vermitteln Freude und lassen so den Betroffenen am Leben teilhaben.
  • Loben Sie selbstständige Handlungen.
  • Bemühen Sie sich um einen festen Tagesablauf und wenig Veränderungen im Umfeld des Patienten.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, Flüssigkeitsaufnahme und Körperhygiene.
  • Prüfen Sie die häusliche Umgebung auf ihre Sicherheit, vor allem hinsichtlich Gefahrenquellen und Stolperfallen.
  • Legen Sie eine Liste mit den wichtigsten Rufnummern parat.
  • Vermeiden Sie Aufregung, Lärm und Gedränge.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Wolfgang Maier und Prof. Dr. med. Frank Jessen, Bonn (DGPPN)