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Ursachen und Auslöser einer Trigeminusneuralgie

Man unterscheidet bei der Trigeminusneuralgie eine idiopathische und eine symptomatische Form. Tritt die neurologische Erkrankung, wie es meist der Fall ist, scheinbar ohne greifbare Ursache auf, wird sie als idiopathische Trigeminusneuralgie bezeichnet. Kommt es im Rahmen anderer Erkrankungen, wie etwa bei einer Multiplen Sklerose (MS), bei einer Post-Zoster-Neuralgie (PZN) oder bei seltenen Tumoren (Neurinome), zur Entwicklung von Gesichtsschmerzen, spricht man von einer symptomatischen Trigeminusneuralgie.

Bei der idiopathischen Trigeminusneuralgie handelt es sich per Definition um eine eigenständige Schmerzerkrankung, die nicht als Folge einer anderen Krankheit auftritt. Doch bei 70 bis nahezu 100% der Betroffenen lässt sich im Schädel (Kleinhirn-Brückenwinkel) eine Kompression (Druckschädigung) des Nervus trigeminus durch Arterienschlingen nachweisen. Der Nerv wird durch ein benachbartes Blutgefäß gedrückt, wodurch seine Nervenscheide (Myelinschicht) beschädigt wird. In der Folge kommt es zu lokalen Veränderungen der Nervenzellen und Kurzschlüssen im Nerven, welche die Schmerzen begünstigen. Sieht man diese Nervschädigung als mögliche Ursache an, ist die idiopathische Form letztendlich auch symptomatisch, d.h. durch eine anatomisch fassbare Schädigung von Nervenstrukturen, bedingt. Allerdings haben auch gesunde Menschen ohne Trigeminusneuralgie häufig diesen Gefäß-Nerven-Kontakt, so dass man mittlerweile davon ausgeht, dass dies ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Trigeminusneuralgie ist, sie allein aber nicht auslösen kann.

Bei MS- und PZN-Patienten ist die Myelinschicht der Nerven häufig besonders stark angegriffen, weswegen sie meist unter Dauerschmerzen im Bereich des Nervus trigeminus leiden.

Mögliche Auslösefaktoren (Trigger) für eine Trigeminus-Neuralgie

Bei Patienten mit einer Trigeminusneuralgie kann eine Schmerzattacke spontan auftreten oder sie wird durch bestimmte äußere Faktoren, so genannte Trigger, wie Kauen, Sprechen, Schlucken, Zähneputzen oder Waschen des Gesichts mit kaltem Wasser ausgelöst.

Fachliche Unterstützung: PD Dr.med. Mark Obermann, Essen (DGN)