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Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Ursachen eines Bandscheibenvorfalls

Ein Bandscheibenvorfall entsteht durch den natürlichen Alterungsprozess (Degeneration) des Bindegewebes und einer dauerhaften Fehl- und/oder Überlastung der Wirbelsäule. Die Elastizität der Bandscheiben lässt im Laufe des Lebens nach. Grund dafür ist die bereits ab dem 20. Lebensjahr reduzierte Fähigkeit des Gallertkerns Wasser zu speichern. Wenn dann auch noch der Faserring durchlässig und rissig wird, besteht die Gefahr, dass die Bandscheibe verrutscht, aus dem Faserring herausgepresst wird und auf die Nervenwurzel drückt.

Zu den auslösenden Faktoren gehören Übergewicht, Haltungsfehler, schwere körperliche Arbeit, ruckartige Bewegungen und Sportarten, bei denen die Wirbelsäule erschüttert (zum Beispiel Reiten, Mountainbiking) oder in sich verdreht (Tennis, Squash) wird. Seltener sind Verletzungen und Unfälle sowie angeborene Fehlstellungen für eine solche Schädigung der Wirbelsäule verantwortlich. Ein Bandscheibenvorfall kann aber auch durch eine Schwangerschaft oder eine anlagebedingte Schwäche des Bindegewebes begünstigt werden. Ungenügend trainierte Bauch-, Rücken-, und Gesäßmuskeln können die Entstehung eines Bandscheibenschadens ebenfalls forcieren, weil die Wirbelsäule schlecht gestützt wird.

Info: Gewichtsbelastung allein ist nicht die Ursache für einen Bandscheibenvorfall. Degenerative Veränderungen der Bandscheibenregion sind eine wesentliche Vorbedingung, weshalb selten eine Anerkennung als unfallbedingte Krankheit erfolgen kann. Krankheitsauslösend kann zusätzlich eine falsche Technik sein beim Umgang mit Gewichten. So belastet ein Gewicht, das mit gebeugtem Rücken vom Boden aufgehoben wird, die Bandscheibe im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule um das Acht- bis Zwölffache (ein Kasten Bier zum Beispiel mit 80 bis 120 kg). Sind die Knie dagegen gebeugt und der Rücken gerade, ist die Belastung für den gleichen Bereich gerade ein- bis zweimal so groß wie das gehobene Gewicht.

Fachliche Unterstützung: Dr. med. Uwe Meier (BDN), Grevenbroich