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Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Aufklärung und Therapieziele bei einer Alzheimer-Demenz

Nach der Diagnosestellung „Alzheimer" klärt der Arzt zuerst den Betroffenen und seine Familie umfassend über die Erkrankung, ihren Verlauf und die Behandlungsmöglichkeiten auf.

Zwar kann keine Behandlung, kein Medikament die Alzheimer-Demenz zurückbilden oder ein Voranschreiten der Krankheit vollständig stoppen. Doch kann mit einem umfassenden Therapieplan, der jeweils den individuellen Erfordernissen des Patienten angepasst wird, eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden. Spezielle Medikamente können das Fortscheiten des Krankheitsprozesses verzögern, die Selbstständigkeit länger erhalten und damit den Pflegeaufwand verringern, vor allem bei einer frühzeitigen Therapie. Die ergänzende medikamentöse Behandlung möglicher Verhaltensstörungen wie Schlaflosigkeit, Unruhe, Angst, Aggressivität etc. und psychosoziale Maßnahmen runden das ganzheitliche Therapiekonzept ab. Die Patienten gewinnen mit Hilfe einer adäquaten Therapie an Alltagskompetenz, können daher länger in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben und die Angehörigen werden spürbar entlastet.

Vorrangige Ziele einer erfolgreichen Demenz-Behandlung, die sowohl die Gedächtnisstörungen als auch die Verhaltensauffälligkeiten berücksichtigt, sollten sein:

  • die geistige Leistungsfähigkeit des Erkrankten so lange wie möglich aufrechtzuerhalten;
  • Verhaltensauffälligkeiten zu lindern;
  • verbliebene Ressourcen anzuregen und zu mobilisieren;
  • Selbstständigkeit zu fördern - der Patient sollte in der Lage sein, alltägliche Tätigkeiten, wie z.B. Ankleiden und Essen, so lange es geht, selbst zu erledigen;
  • Integration und Motivation zur aktiven Teilnahme am Leben - keine Ruhigstellung und Isolierung des Kranken.

Mit einem Gesamtbehandlungsplan, der verschiedene medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen einschließt, sind kurzzeitige Verbesserung von einzelnen Alltagseinbußen oder von Verhaltensauffälligkeiten in allen Krankheitsstadien möglich.

Fachliche Unterstützung: Priv.-Doz. Dr. med. Juraj Kukolja, Köln