Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Ergotherapie: Einsatzbereiche

Ergotherapie bei psychischen Störungen

Die Ergotherapie kann bei Patienten jeden Alters mit psychischen, neurotischen oder psychosomatischen Störungen eingesetzt werden. Sie kommt aber auch in der Rehabilitation von Suchterkrankungen (Alkohol, Medikamente, Drogen) zur Anwendung. Bei einer akuten Erkrankung finden die therapeutischen Maßnahmen stationär im Krankenhaus statt, später können sie teilstationär in Tageskliniken oder in ambulanten Einrichtungen weitergeführt werden.

Ergotherapie in der Neurologie

Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) haben häufig Einbußen körperlicher und geistiger Fähigkeiten zur Folge, die nur durch ein gezieltes Training zurückgewonnen oder zumindest verbessert werden können. Darunter zählen z.B. Schlaganfälle, Verletzungen des Gehirns nach Unfällen, Verletzungen des Rückenmarks (Querschnittslähmung), Multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit und Demenzen (z.B. Alzheimer). 

Die Behinderungen durch die jeweiligen Erkrankungen sind oft sehr unterschiedlich, so dass entsprechend individuell die Ergotherapie erfolgen muss. Die Behandlung konzentriert sich in erster Linie darauf, verloren gegangene Fähigkeiten (z.B. Lähmungen und Bewegungseinschränkungen, gestörte Sinneswahrnehmungen, Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten, Leseschwächen) wieder herzustellen. Ist dies nicht mehr möglich, soll der Patient versuchen alternative Handlungsweisen zu erlernen, die ihm ein selbständiges Leben ermöglichen.

Ergotherapie in der Orthopädie und nach Unfällen

Im Bereich der Orthopädie werden Störungen bzw. Funktionseinschränkungen des Bewegungssystems behandelt. Dadurch sollen Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Koordination trainiert bzw. wiederhergestellt werden. Ziel ist es auch hier, die größtmöglichste Selbständigkeit des Betroffenen wiederherzustellen. Ist eine vollständige Heilung nicht möglich, werden mit Hilfe der Ergotherapie Strategien entwickelt, um die bestehenden Defizite auszugleichen. Dazu gehören der Umgang mit Hilfsmitteln wie Prothesen, Schienen und Haushaltshilfen.

Ergotherapie mit älteren Menschen (Geriatrie)

Auch für ältere Menschen bietet die Ergotherapie einen deutlichen Zugewinn für den Alltag. Patienten mit akuten chronischen Erkrankungen, die aufgrund verschiedener Einschränkungen und Mehrfacherkrankungen in Senioren- und Pflegeheimen leben, können durch verschiedene Therapiemaßnahmen gezielt gefördert werden.  

Die Ergotherapie ist aber auch ein wichtiger Bestandteil der Schmerzbehandlung, da der Patient lernt, sich besonders schonend und schmerzarm zu bewegen.

Fachliche Beratung: Prof. Dr. med. Peter Falkai, Göttingen (DGPPN) und Prof. Dr . med. Anita Riecher-Rössler, Basel (SGPP)