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Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Anpassungsstörung - Therapie bzw. Behandlung

© Adam Gregor - Fotolia.com Die Therapie einer Anpassungsstörung ist abhängig vom Schweregrad

Für die Behandlung einer Anpassungsstörung wird auf allgemein bewährte verhaltenstherapeutische und psychoanalytische Verfahren zurückgegriffen. Dabei wird die Therapie individuell angepasst und abhängig vom Schweregrad gestaltet. Bei einer leichten Anpassungsstörung genügt in der Regel die Erhöhung der sozialen Unterstützung sowie ein einfühlsames Gespräch, bei dem vorhandene Bewältigungsstrategien aktiviert werden. Bei einem schweren Verlauf wird in durchschnittlich etwa 10 bis 20 psychotherapeutischen Sitzungen  zunächst der emotionale Druck, dem sich der Patient ausgesetzt fühlt, abgebaut. Danach werden Konzepte zur Problembewältigung aktiviert oder neu erarbeitet. Ziel ist es auch, das Selbstwertgefühl und die Motivation des Betroffenen zu stärken und dessen Handlungsfähigkeit wieder herzustellen.

In manchen Fällen kann eine kurzzeitige Pharmakotherapie sinnvoll sein, die dabei unterstützt, Ängste und depressive Verstimmungen abzubauen.
Zeitlich begrenzt können im Einzelfall folgende Medikamente zum Einsatz kommen:

  • Schlafmittel
  • Benzodiazepin-Tranquilizer, sie haben spannungs- und angstlösende Wirkung. Aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials erfolgt die Verabreichung lediglich bei akuter Suizidgefahr in niedrigster Dosierung und sehr kurzzeitig.
  • Bei depressiven Zuständen das Pflanzenheilmittel Johanniskraut, das als leichtes Antidepressivum gilt,  oder Antidepressiva - meist sogenannte  selektive Serotoninwiederaufnahme-Hemmer (SSRI)

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Ulrich Schnyder, Zürich (SGPP), Dr. Roger Pycha, Bruneck (SIP)