Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Förderung der psychischen Gesundheit im Alter

Menschen können bis in das hohe Alter zu ihrer körperlichen und auch psychischen Gesundheit beitragen, die sich gegenseitig beeinflussen:

  • Durch den Erhalt der psychomotorischen und kognitiven Leistungsfähigkeit durch kognitives Training und sportliche Betätigung mit zunehmenden Schwerpunkt auf Gleichgewichts- und komplexere Bewegungen zum Erhalt der körperlichen Fitness und Minimierung der Sturzgefahr und Immobilität.
  • Durch die Pflege zwischenmenschlicher Kontakte und Integration in ein soziales Netz zur dauerhaften externen kognitiven sowie emotionalen Anregung.
Psychomotorik lässt sich am besten mit Aktivität und möglichst vielseitiger Bewegung erhalten

Erhalt der psychomotorischen und kognitiven Leistungsfähigkeit

Die Psychomotorik lässt sich am besten mit Aktivität und möglichst vielseitiger Bewegung erhalten. Das fängt schon bei einem kleinen und sehr regelmäßigen Spaziergang an. Von besonderem Vorteil ist es, neben der motorischen Aktivierung den Spaziergang auch zur kognitiven Anregung zu nutzen und sich beispielsweise bei dem Spaziergang auch spezifisch etwas anzuschauen.

Es gibt vielfältige sportliche Angebote für Senioren, die, wenn sie qualifiziert aufgebaut sind, einen besonderen Schwerpunkt auf Gleichgewichts-und Koordinationsübungen legen (z.B. tanzen, jonglieren, balancieren) und sich nicht nur auf Kraft-und Ausdauertraining konzentrieren. Die Aktivität des alten Menschen in einer Gruppe birgt gleichzeitig weitere Vorteile. Allerdings sinkt mit zunehmender Immobilität die Möglichkeiten der alten Menschen externe Angebote aufzusuchen, so dass darauf geachtet werden muss, dass sie sich regelmäßige Übungen für zu Hause angewöhnen oder neue Übungen mit einem Physiotherapeuten trainieren und erlernen.

Kognitive Fähigkeiten werden durch Lesen der Tageszeitung und von Büchern oder durch das Hören von Hörbüchern und Radiosendungen trainiert. Der bevorzugte sensorische Kanal (Auge, Ohr) ist altersbedingt oft vorgegeben. Ferner ist der Besuch von Vorträgen, Theatervorstellungen, Festen, Spielrunden sowie die Nutzung von PC und Internet empfehlenswert, oder das Kopfrechnen, das Lösen von Kreuzworträtseln, Sudoku oder Puzzlen. Eine Leistungssteigerung ist bei einem gesunden älteren Menschen zu erwarten. Das Ziel dabei ist es jedoch, immer wieder die Herausforderung zu suchen, so dass die Konzentration, das Gedächtnis, das „Tüfteln“ und Nachdenken angeregt werden. Übungen können auch beinhalten, dass alte Menschen sich angewöhnen Gelesenes nachzuerzählen oder in Stichworten aufzuschreiben.

Alte Menschen sollten ihren Interessen und Hobbys weiter nachgehen und daher ist es wichtig bereits im mittleren Lebensalter Themenfelder und Interessen zu eröffnen, die im Alter zur Fortsetzung geeignet sind. Vorteilhaft ist eine Kombination dieser Interessen mit sozialem Austausch mit den Enkeln, Freunden oder in Spielkreisen.

Auf eine gesunde, regelmäßige und ausgewogene Ernährung ist im Alter genauso zu achten wir in anderen Lebensabschnitten.

Pflege zwischenmenschlicher Kontakte und Integration in ein soziales Netz

Ein soziales Leben ist für jeden Menschen und besonders auch für alte Menschen wichtig, um Zugehörigkeit, Vertrauen und Geborgenheit, sowie Unterstützung, Freude und Trost zu erfahren. Dazu sind im Alter regelmäßige, wenn auch nicht zwangsläufig häufige Austauschmöglichkeiten wichtig. Im dritten Lebensalter kann es nach Beendigung des Arbeitslebens eine Herausforderung bedeuten, dem Tagesablauf wieder eine Struktur zu verleihen und auf regelmäßige Kontakte zu achten und diese zu pflegen. Für die zunehmende Zahl alleinstehender alter Menschen ist ein regelmäßiger sozialer Austausch deutlich schwerer und sie bedürfen der regelmäßigen Ermutigung durch ihr Umfeld.  

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Vjera Holthoff, Dresden (DGPPN)