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Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Medikamente (Antidepressiva) bei Depression

Viele Erkrankungen werden durch die auf die Psyche wirkenden Medikamente erst behandelbar, indem sie u.a. eine Basis für eine psychotherapeutische Behandlung und eine Soziotherapie schaffen. Oft gelingt durch die Gabe von so genannten Psychopharmaka eine Behandlung der Patienten ambulant  – mit dem Ziel, sie schnell wieder in Gesellschaft und Beruf einzugliedern.

Für die Behandlung einer Depression kommen so genannte Antidepressiva zum Einsatz. Unter der Bezeichnung „Antidepressiva“ wird eine Gruppe von Medikamenten zusammengefasst, die bei depressiven Erkrankungen die Stimmung aufhellen und den Antrieb normalisieren. Zugleich verringern sie auch die typischen körperlichen Symptome (z.B. Kopf- und Rückenschmerzen, Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden), die mit einer Depression einhergehen.

(© liveostockimages - Fotolia.com) Bei der Behandlung einer Depression kommen Antidepressiva zum Einsatz.

Der Wirkung der Antidepressiva beruht darauf, dass sie den Mangel der körpereigenen Neurotransmitter Serotonin und/oder Noradrenalin (Botenstoffe, die anregende Nervenimpulse im Gehirn übertragen und bei der Depression zu wenig aktiv sind), wieder ausgleichen. Man unterscheidet zwischen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI), dualen selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SSNRI), noradrenergen und spezifisch serotonergen Antidepressiva (NaSSA), Monoaminoxidasehemmern (MAO-Hemmer) sowie tri- und tetrazyklischen Antidepressiva. Weitere Informationen zur Wirkweise der einzelnen Antidepressiva finden Sie unter der Rubrik Psychopharmaka/Antidepressiva.

Ihre Wirkung entfalten Antidepressiva meist erst nach einigen Wochen. Wenn die Symptome abklingen, müssen die Medikamente häufig noch weiter eingenommen werden. Sie sollten auf keinen Fall eigenmächtig abgesetzt werden, da dieses Verhalten die Gefahr eines Rückfalls bzw. einer Wiedererkrankung erhöht. Keine Angst: Antidepressiva machen auch bei längerer Einnahme nicht abhängig!

Bei leichten depressiven Störungen kommen auch pflanzliche Alternativen wie Johanniskraut zum Einsatz. Dieses ist allerdings nicht nebenwirkungsfrei und zeigt starke Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Liegen Begleitsymptome wie z.B. Schlafstörungen, starke Angst oder Nervosität vor, wird der Arzt entsprechend weitere Medikamente verordnen.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Ulrich Voderholzer (Autor), Prien am Chiemsee (DGPPN) und Dr. Roger Pycha, Bruneck (SIP)