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Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Erkrankungsverlauf und Prognose bei Multipler Sklerose (MS)

Ein Drittel der Betroffenen hat zeitlebens einen günstigen Verlauf der Krankheit, ein weiteres Drittel leidet unter Behinderungen, die Selbstständigkeit bleibt jedoch erhalten. Für ein Drittel der Patienten bringt die Multiple Sklerose schwere Behinderungen mit sich, im Extremfall auch den Tod. Es sind aber nach 25 Jahren Krankheitsdauer - bei entsprechender Behandlung - im Schnitt noch gut 30% der Patienten arbeitsfähig und sogar noch etwa 65% der Patienten gehfähig. Eine eindeutige Aussage über Verlauf und Schweregrad der Krankheit lässt sich für den Einzelnen aber leider kaum treffen. Insbesondere kann nicht vorausgesehen werden, welche Körperfunktionen im Verlauf wie stark betroffen sein werden oder ob es zwischenzeitlich zu einer Besserung kommt.

Die Multiple Sklerose ist zwar eine schwere Krankheit, deren Verlauf sich jedoch mit Hilfe von modernen Therapiemöglichkeiten und nicht zuletzt der Unterstützung durch das soziale Umfeld des Patienten lange herauszögern und verbessern lässt. Die konsequente Behandlung psychiatrischer Begleiterkrankungen wie Depressionen oder chronische Erschöpfungszustände verbessern die Lebensqualität entscheidend. Durch die voranschreitende Weiterentwicklung und den immer frühzeitigeren Beginn der Therapie wird sich auch die Prognose der Erkrankung wahrscheinlich weiter deutlich verbessern.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med Heinz Wiendl (DGN)