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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Entspannungsverfahren: Moderne Hypnose

Die Hypnose zählt wohl zu den ältesten Methoden, die Eingang in die Psychotherapie gefunden haben. Schon im antiken Ägypten wurde diese Methode der Suggestion praktiziert, schon damals verstand man also die Beeinflussung des Denkens, Fühlens, Wollens und Handelns eines Menschen durch einen anderen. Die moderne Hypnose dient als Kurzzeit-Therapie, die rasch und zielgerichtet arbeitet.

Prinzip der modernen Hypnose

Hypnose versetzt Patienten in einen Zustand veränderten Bewusstseins

Mithilfe der Hypnose werden Patienten in einen Zustand veränderten Bewusstseins versetzt (Trance). Zugleich schalten die vegetativen Körperfunktionen (z.B. Atmung) in Richtung Entspannung um. Diesen auf Empfindungen beschränkten Bewusstseinszustand nutzt der Therapeut für bestimmte Suggestionen – je nach Krankheits- oder Beschwerdebild. Trotz des Gefühls der Schwere und Schläfrigkeit handelt es sich bei der Hypnose um keinen schlafähnlichen Zustand, wie man mittels eines Elektroenzephalogramms (EEG) messen kann.

Durchführung von Moderner Hypnose

Wie bei jeder Therapieform sollte der Hypnose eine gründliche körperliche und psychische Untersuchung vorausgehen. Entscheidend ist auch gerade bei der Hypnose ein einführendes informatives Gespräch, das ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Therapeut und Patienten herstellt.

Es gibt verschiedene Techniken, den Patienten in den Zustand der Trance zu versetzen:

  • Dabei werden dem Patienten zum einen über beruhigenden Zuspruch mit monotoner Stimme Ruhe, Wärme und zunehmende Müdigkeit suggeriert.
  • Eine andere übliche Technik ist die so genannte Fixationsmethode. Hier wird der hypnotische Zustand schrittweise aufgebaut, indem der Betreffende einen kleinen Gegenstand möglichst nah fixiert, was seine Augen ermüdet.

Durch die eindringliche Stimme und die monotonen bildhaften Vorstellungen wird das Bewusstsein zunehmend eingeengt, die Muskulatur erschlafft und die Blutgefässe erweitern sich.

Am Ende einer Hypnose-Sitzung wird der Trance-Zustand der Müdigkeit und Schwere zurückgenommen, damit es nicht zu unerwünschten Nachwirkungen kommt.

Anwendung Moderner Hypnose

Die Hypnose kann im Einzelfall bei bestimmten psychischen und körperlichen Erkrankungen geeignet sein. Auch einzelne Symptome können dadurch akut behandelt werden, wie z.B. Kopfschmerzen, Angst und Zittern. Hypnose wird u.a. in der Schmerztherapie und zur Vorbereitung auf Operationen eingesetzt. Nicht mehr bewusste Erlebnisse können manchmal durch Hypnose aufgedeckt werden. Nicht angezeigt ist die Hypnose bei Psychosen.

 

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Peter Falkai, Göttingen (DGPPN) und Prof. Dr . med. Anita Riecher-Rössler, Basel (SGPP), Dr. Roger Pycha, Bruneck (SIP)