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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Zwangserkrankungen - Prognose/Verlauf

Über die Jahre zeigen die Symptome ein Auf und Ab (fluktuierender Verlauf), bei einigen Patienten verschwinden die Symptome vorübergehend aber auch völlig (episodischer Verlauf). Trotz Erfolgen der Behandlung  ist die Zwangserkrankung hartnäckig, die Therapie muss in der Regel intensiv sein und es können im Verlauf erneute (dann oft kürzere) Behandlungen nötig sein. Meist führt die Behandlung zu einer Verbesserung, ein völliges Verschwinden der Symptome wird seltener erreicht.

Die kognitive Verhaltenstherapie, mit oder ohne zusätzliche medikamentöse Therapie, bringt kurzfristig ca. 50-70% der Patienten eine deutliche Linderung, etwa die Hälfte davon kann ihre Symptome ganz loswerden. Die erfolgreiche Behandlung beschränkt sich nicht nur auf die Reduktion der Zwangssymptome, sondern verbessert auch weitere psychische Erkrankungen bzw. Problembereiche und führt zu einer generell besseren Lebensqualität.

Mit einer alleinigen medikamentösen Behandlung erleben die Patienten zwar eine ähnliche Reduktion ihrer Zwänge wie bei der kognitiven Verhaltenstherapie, aber nach dem Absetzen der Medikamente ist die Rückfallrate groß. Daher wird immer eine zusätzliche kognitive Verhaltenstherapie empfohlen, da die Behandlungserfolge dann im Durchschnitt stabil bleiben.

Fachliche Unterstützung: PD Dr. med. Michael Rufer, Zürich (SGPP) und Prof. Dr. Voderholzer, Prien am Chiemsee (DGPPN)