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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Auswirkungen von ADHS auf Familienleben, Schule und Ausbildung

Unter einer ADHS leiden in der Regel die Leistungen in Schule und Ausbildung. Manchmal treten die Schwierigkeiten erst nach der Grundschulzeit, in der Realschule bzw. im Gymnasium oder an der Universität auf. Die Konfliktbereitschaft des Kindes, sein impulsives Auftreten und seine mangelnde Anpassungsfähigkeit belasten sein Verhältnis zu anderen Kindern. Häufig haben Kinder mit ADHS einen schlechten Kontakt zu Altersgenossen und spielen lieber mit wesentlich älteren oder jüngeren Kindern. Sie weichen auf die Rolle des Klassenclowns aus oder werden zum Sündenbock der anderen. Leider landen manche dieser Kinder trotz normaler Intelligenz auf der Förderschule für Lernbehinderte (früher „Sonderschule“) und ergreifen später ungelernte Berufe. Neben den Auswirkungen der ADHS in der Schule wird in der Regel das Zusammenleben in der Familie stark beeinträchtigt. Das Verhältnis der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu ihren Geschwistern ist oft durch Konflikte belastet. Die Scheidungsrate von Eltern mit ADHS-betroffenen Kindern ist deutlich erhöht.

Die von ADHS betroffenen Kinder und Jugendlichen wünschen sich durchaus besser lernen zu können, mit anderen Menschen besser auszukommen und weniger Probleme zu haben. Die Ablehnung der Mitmenschen kann zu psychischen Folgen in Form von mangelndem Selbstwertgefühl, sozialem Rückzug, Depressionen, Drogenproblemen bis hin zu erhöhter Selbstmordgefahr führen. Darüber hinaus weisen ADHS-Patienten eine erhöhte Unfallgefahr auf, weil sie aufgrund ihrer gestörten Informationsverarbeitung Handlungen nicht planen und Gefahren nicht richtig einschätzen können.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Tobias Banaschewski, Mannheim (DGKJP)