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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Persönlichkeitsstörungen - Diagnostik

Auch wenn die Persönlichkeit einen sehr breiten Normalbereich umfasst, lassen sich Störungen heute gut und verlässlich feststellen. Sehr wichtig ist es für den Psychiater und Psychotherapeut/Nervenarzt, möglichst umfassende Informationen über die aktuelle Situation und über die Lebensgeschichte, beginnend in der Kindheit, zu bekommen. Mit Hilfe von strukturierten und standardisierten Interviews, Fragebögen und Checklisten kann eine erste Einschätzung getroffen werden, ob und wenn ja welche Art von Persönlichkeitsstörung vorliegt. Einerseits wird versucht, den Subtyp möglichst genau einzugrenzen. Andererseits dürfen eventuell parallel vorliegende Persönlichkeitsstörungen nicht übersehen werden.

(© Adam Gregor - Fotolia.com) Umfassende Informationen über die aktuelle Situation und die Lebensgeschichte helfen bei der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung

Die Persönlichkeit eines Menschen entwickelt sich von Beginn der Kindheit, über das Jugendalter bis ins junge Erwachsenenalter hinein. Daher ist es nicht sinnvoll und möglich, vor dem 14. Lebensjahr eine Persönlichkeitsstörung festzustellen. Der früheste Zeitpunkt, an dem es möglich ist, eine Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren, ist das 15. Lebensjahr. Allerdings „verschwinden“ Persönlichkeitsstörungen zwischen 15 und 18 Jahren oftmals wieder, da Jugendliche in diesem Alter mit der Findung der eigenen Identität und Autonomie beschäftigt sind und sich häufig gegen die Anpassung an gesellschaftliche Normen auflehnen. Dieses narzisstische Verhalten geht in der Regel zurück, wenn die Identitätsfindung abgeschlossen ist.

 

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Sabine C. Herpertz, Heidelberg (DGPPN)