Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Diagnostik der Gürtelrose und der Post-Zoster-Neuralgie

Akute Gürtelrose

Die Gürtelrose ist eine klassische Blickdiagnose. Üblicherweise wird anhand der Unter-suchung des Ausschlags die Diagnose gestellt. Weiter weist eine frühere Windpocken-Erkrankung auf die Möglichkeit einer Gürtelrose hin. Nur bei Unklarheiten wird ein Erreger-Nachweis durchgeführt. Das zu untersuchende Material wird für diese Fälle aus einer Blutprobe oder einem Bläschenabstrich gewonnen.

Im Anfangsstadium oder wenn keine Hautveränderungen auftreten, müssen die Schmerzen gegen andere Erkrankungen abgegrenzt werden, z.B. bei Schmerzen im Brustbereich gegen einen Herzinfarkt.

Sollte ein Herpes Zoster im Bereich des Gesichts, speziell des Auges oder des Ohres vorliegen, sollte sofort ein Neurologe/Nervenarzt aufgesucht werden, um eine frühestmögliche Behandlung vorzunehmen. So werden Spätschäden mit bleibenden Seh- und Hörstörungen in vielen Fällen vermieden. Doch auch bei anderen betroffenen Hautstellen empfiehlt es sich bei den ersten Anzeichen einer Gürtelrose zum Facharzt zu gehen.

Post-Zoster-Neuralgie (PZN)

Bei Verdacht auf eine PZN nach einer Gürtelrose verschafft sich der Neurologe/Nervenarzt zunächst mit Wattebausch, Temperatursonde und Nadel einen Eindruck über das Ausmaß der Nervschädigung. Berührungs- und Schmerzempfinden können gestört sein. Häufig sind sie aber normal. Missempfindungen fehlen jedoch nur selten. Einige Patienten beschreiben einen quälenden Juckreiz. Manchmal sind Narben an der Stelle der abgeheilten Bläschen sichtbar.

Der Arzt untersucht die betroffene Haut. Wichtig ist eine genaue Schmerzbeschreibung – es wird abgeklärt, ob es sich um ein Brennen, Bohren oder Schneiden, um einen Dauerschmerz oder kurze einschießende Schmerzattacken und vielleicht um Fehlempfindungen (z.B. Schmerzempfinden bei Berührung) handelt. Dauer und Intensität der Schmerzen werden schriftlich festgehalten. Die Intensität gibt der Patient auf einer Skala an. Von diesen so genannten Mess-Skalen gibt es zwei Arten:

  • Die “visuelle Analogskala” ist eine 10 cm lange, waagerechte Linie auf einem Blatt Papier. Die Endpunkte geben auf der einen Seite "kein Schmerz" und auf der anderen Seite "maximal vorstellbarer Schmerz" an. Der Patient markiert mit einem senkrechten Strich die empfundene Schmerzstärke.

  • Bei der “numerischen Ratingskala” wird dem Patienten eine Zahlenreihe zur Auswahl angeboten, bei der der Wert Null "kein Schmerz" und der Wert zehn "maximal vorstellbarer Schmerz" bedeutet.

Mess-Skalen sind bei der Betreuung von Schmerz-Patienten nützlich. Der Arzt kann einerseits das Ausmaß der Beschwerden notieren, zum anderen lässt sich feststellen, wie die Krankheit verläuft und wie erfolgreich die Behandlung war.

Fachliche Unterstützung: Dr. med. Uwe Meier (BDN), Grevenbroich