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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Ursachen von Dystonien

Im Rahmen der Erstdiagnose einer Dystonie muss durch den behandelnden Neurologen abgeklärt werden, ob diese „idiopathischen“, „symptomatischen“ oder „genetischen“ Ursprungs ist, wobei in den überwiegenden Fällen eine „idiopathische“ Form, d.h. keine fassbare Ursache, zugrunde liegt.

Eine symptomatische Dystonie kann durch sehr verschiedene Ursachen hervorgerufen werden, beispielweise durch bestimmte Medikamente (z.B. Neuroleptika), Durchblutungsstörungen im Gehirn, degenerative Hirnerkrankungen (z.B. Morbus Parkinson), Stoffwechselstörungen (z.B. Morbus Wilson) oder andere Grunderkrankungen wie ein frühkindlicher Hirnschaden oder eine unfallbedingte Schädel-Hirn-Verletzung. In der Gruppe der genetisch bedingten Dystonien sind bislang 17 verschiedene Formen identifiziert worden, wobei diese nur einen geringen Anteil der Krankheitsfälle ausmachen. Entscheidender Hinweis für eine mögliche genetische Ursache ist das vermehrte Auftreten dieses Erkrankungsbildes innerhalb der Familie, was dem behandelnden Neurologen dann entsprechend berichtet werden sollte.

Fachliche Unterstützung: Univ.-Prof. Dr. Alfons Schnitzler (DGN) und Priv.-Doz. Dr. med. Martin Südmeyer (DGN), Düsseldorf