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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Folgen von Alkohol- und/oder Drogenkonsum bei Kindern und Jugendlichen

Besonders gefährlich ist der Konsum von Drogen, wenn Kinder oder Jugendliche mit Schwierigkeiten und Konflikten überfordert sind und der Drogenrausch zum scheinbaren Problemlöser wird. Einer Lösung von Konflikten oder Belastungen durch Betäubung aus dem Weg zu gehen, statt sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen, ist für junge Menschen eine verhängnisvolle Versuchung. Menschen, die einen solchen Weg gehen, werden den Schwierigkeiten und mitunter harten Anforderungen des Lebens schlecht gewachsen sein, wenn sie ihnen nicht gar unterliegen. Regelmäßiger oder übermäßiger Drogenkonsum erschwert darüber hinaus die Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen zu einer stabilen Persönlichkeit und damit auch die Einreihung als selbstständiges Mitglied in die Gesellschaft.

Übermäßiger Alkoholgenuss wirkt sich darüber hinaus auf alle Organsysteme sowie das zentrale Nervensystem (ZNS) aus und beeinflusst die Sinneswahrnehmung. Der Konsum von Cannabis in jungen Jahren kann die Entwicklung von ernsthaften psychischen Erkrankungen fördern. Bei dauerhaftem exzessivem Konsum von Cannabis kann sich nicht nur eine psychische und eine milde körperliche Abhängigkeit entwickeln, es kann auch bei manchen Jugendlichen das Auftreten psychotischer Symptome fördern, wobei sich die Wahrscheinlichkeit bei entsprechendem Konsum in jüngeren Jahren erhöht.

Erste Anzeichen für eine beginnende Psychose können Störungen von Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis und eine Verschlechterung der schulischen oder beruflichen Leistungsfähigkeit sein sowie sozialer Rückzug und Ängste. Diese Symptome sind jedoch sehr unspezifisch und können auch einen anderen Hintergrund haben.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Rainer Thomasius, Hamburg (DGKJP)