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28.03.2016

Depressionen schlagen auch auf die Herzgesundheit

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich in zahlreichen Beschwerden äußern kann, wie einer anhaltenden gedrückten Stimmung, der Hemmung von Antrieb und Denken, Interessenverlust sowie vielfältigen körperlichen Symptomen, die von Schlaflosigkeit über Appetitstörungen bis hin zu Schmerzzuständen reichen. Depressionen erhöhen darüber hinaus das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, was die Wichtigkeit einer adäquaten Behandlung unterstreicht.

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich in zahlreichen Beschwerden äußern kann, wie einer anhaltenden gedrückten Stimmung, der Hemmung von Antrieb und Denken, Interessenverlust sowie vielfältigen körperlichen Symptomen, die von Schlaflosigkeit über Appetitstörungen bis hin zu Schmerzzuständen reichen. Depressionen erhöhen darüber hinaus das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, was die Wichtigkeit einer adäquaten Behandlung unterstreicht. „Kardiovaskuläre Erkrankungen und Depressionen stehen in einer engen Beziehung und treten oft gemeinsam auf. Depressionen erhöhen zum einen das Risiko für die Entwicklung von koronaren Herzerkrankungen und verschlechtern darüber hinaus die Prognose von Herzpatienten“, berichtet Dr. Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP) mit Sitz in Krefeld. „Eine Depression reduziert sich nicht nur auf psychische Symptome, sondern sie geht regelhaft mit messbaren Veränderungen des Hormon- und Energiehaushalts sowie dem Immunsystem einher. Depressive Erkrankungen, die infolge einer chronischen Stressbelastung auftreten, scheinen dabei besonders problematisch für Herzerkrankungen zu sein. Jüngere Untersuchungen konnten erst zeigen, dass eine Entgleisung der Stress-Hormon-Ausschüttung von Cortisol eine Rolle spielt. Während zu hohe Cortisol-Spiegel Arteriosklerose und damit Herzerkrankungen begünstigen, scheinen zu niedrige Werte entzündliche Prozesse zu fördern, die sich ihrerseits negativ auswirken.“ Das Stresshormon Cortisol könnte dafür verantwortlich sein, dass Depressionen mit einem erhöhten Risiko für koronare Herzkrankheiten einhergehen und diese Erkrankungen bei depressiven Menschen zudem häufiger tödlich verlaufen.

Depression beeinflusst Herz und Kreislauf auf verschiedene Weise

Psychosoziale Belastungen wirken sich über das Nervensystem und über Stresshormone auf den Organismus aus. Daher wird auch die Regulation des Blutdrucks über die Lebensumstände beeinflusst. „Bekannt ist, dass sich bei depressiven Menschen, bei denen es zu einer Aktivierung stressregulierender Systeme wie dem Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-System kommt, erhöhte Blutdruckwerte einstellen können. Bluthochdruck ist wiederum ein zentraler Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, ergänzt die Psychiaterin und Psychotherapeutin aus Andernach. „Daneben spielen krankheitsbedingte Beeinträchtigungen auch eine Rolle. Menschen mit Depression tun sich erkrankungsbedingt schwerer, ein gesundes Leben zu führen. Betroffenen bereitet häufig schon die Bewältigung des Alltags Schwierigkeiten, worunter die Umsetzung von gesunden Ernährungsweisen und körperlicher Aktivität leidet. Ungesunde fett- und kohlenhydratreiche Ernährung sowie Bewegungsmangel erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die Tendenz, sich aufgrund der Erkrankung sozial zurückzuziehen, trägt zu einem ungesunden Lebensstil bei.“ Depressive Menschen rauchen zudem häufiger oder haben Schwierigkeiten, dauerhaft mit dem Rauchen aufzuhören.

Behandlung von Depression wichtig

Vor diesem Hintergrund sollte eine Depressionsbehandlung an Maßnahmen gekoppelt werden, die das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen abschwächen. Dazu gehören in erster Linie eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige sportliche Betätigung. „Depressive Episoden lassen sich mit modernen Behandlungsmethoden gut behandeln, wodurch die Lebensqualität der Betroffenen entscheidend verbessert werden kann und die Voraussetzungen für einen herzgesunden Lebensstil geschaffen werden können. Auch nehmen gut behandelte Patienten mit Depression ihre Herzmedikamente zuverlässiger ein, was das Herz-Kreislauf-Risiko ebenfalls senkt“, ergänzt Dr. Roth-Sackenheim. Neben psychotherapeutischen Verfahren können auch Antidepressiva eingesetzt werden. Allerdings sind nicht alle Antidepressiva für Patienten mit Herzerkrankungen geeignet. Insbesondere sogenannte trizyklische Antidepressiva sollten vermieden werden.

Nach Projektionen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden im Jahr 2020 die koronare Herzkrankheit und die unipolare Depression die weltweit führenden Ursachen krankheitsbedingter Einschränkungen sein. Die Behandlung beider Erkrankungen, insbesondere auch wenn sie in Kombination auftreten, sollte daher nicht vernachlässigt werden.

Mehr Informationen zu Depression unter http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/erkrankungen/depressionen/was-ist-eine-depression/

Quelle:
Waller, C., Bauersachs, J., Hoppmann, U., Höch, J., Krause, S., Szabo, F., Engler, H., Rottler, E., Herrmann-Lingen, C., Gündel, H. (2016). Blunted Cortisol Stress Response and Depression-Induced Hypocortisolism Is Related to Inflammation in Patients With CAD. Journal of the American College of Cardiology. 67 (9), 1124-1126.

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