Bisher gibt es wenige wissenschaftliche Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen mediterraner Ernährung und dem geistigen Wohlbefinden. Dr. Andrew Steptoe vom University College London und sein Team untersuchten 2018 bis 2020, ob eine mediterrane Ernährung das geistige Wohlbefinden von Über-50-Jährigen während der Corona-Pandemie positiv beeinflusste.
Insgesamt rekrutierte das Forscherteam 3.296 Teilnehmer (46 % Männer) der englischen Längsschnittstudie zum Altern (ELSA) im Alter von 68,18 ± 7,43 Jahren, die 2018/2019 einen Ernährungsfragebogen zur Bewertung ihrer mediterranen Ernährung ausgefüllt haben. Je konsequenter die Teilnehme sich mediterran ernährten, umso höher fiel der sogenannte rMED-Wert aus.
Das psychische Wohlbefinden wurde mithilfe des CASP12-Fragebogens zu Studienbeginn (2018/2019) und erneut in den ersten Monaten der COVID-19-Pandemie (2020) gemessen. (CASP12 ist ein standardisierter Fragebogen, der Fragen zur Lebensqualität stellt.)
Mehr mediterrane Kost, höheres geistiges Wohlbefinden trotz Corona
Im Querschnitt waren höhere rMED-Werte mit einem höheren psychischen Wohlbefinden verbunden – unabhängig von depressiven Symptomen, Einkommen, Bildungsstand, körperlicher Aktivität, Rauchen, selbst eingeschätzter Gesundheit und einschränkenden chronischen Erkrankungen. Die Auswertungen ergaben, dass eine strengere Einhaltung der Mittelmeerdiät einen geringeren Rückgang des Wohlbefindens in den ersten Monaten der COVID-19-Pandemie vorhersagte, selbst bei COVID-19-Infektionserfahrung.
Schlussfolgerungen
Eine stärkere Einhaltung der mediterranen Ernährungsweise stand bei Erwachsenen über 50 in einem positiven Zusammenhang mit dem psychischen Wohlbefinden. Dieser Zusammenhang blieb auch in einer Zeit weit verbreiteter gesellschaftlicher Belastungen bestehen. Die Förderung mediterraner Ernährungsgewohnheiten könnte somit nicht nur das körperliche, sondern auch das psychische Wohlbefinden im Alter unterstützen.
Quelle: Andrew Steptoe et al, Adherence to the Mediterranean diet and psychological wellbeing before and during the COVID-19 pandemic: a prospective analysis of the English Longitudinal Study of Ageing, BMJ Open (2026). DOI: 10.1136/bmjopen-2025-109599