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Gesunde Ernährung kommt auch der Psyche zugute

Einer Studie der Binghamton University zufolge steht die psychische Gesundheit von Frauen in einem engeren Zusammenhang mit Ernährungsfaktoren als die psychische Gesundheit von Männern (siehe Journal of Personalized Medicine, Online-Veröffentlichung am 19.5.2021). Nach Angaben der leitenden Wissenschaftlerin Lina Begdache verbessert eine qualitativ hochwertige Ernährung die psychische Gesundheit von Frauen. Ziel der neuen Studie war es herausfinden, ob eine Personalisierung der Ernährung die Stimmung bei Männern und Frauen über 30 Jahren verbessert.

Zusammen mit ihrer Kollegin Cara M. Patrissy hat Begdache die verschiedenen Lebensmittel gruppiert, die bei Männern und Frauen über 30 Jahren vermehrt mit psychischen Leiden in Verbindung stehen. Zusätzlich wurden die verschiedenen Ernährungsgewohnheiten in Bezug auf die Häufigkeit von Sport und psychischen Leiden untersucht.

Ergebnis: Psychische Leiden und die Häufigkeit der Sportausübung standen mit unterschiedlichen Mustern bei der Ernährung und dem Lebensstil in Verbindung. Diese Ergebnisse stützen das Konzept der Anpassung von Faktoren - in diesem Fall: der Ernährung und des Lebensstils - zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens.

Begdache zufolge gibt es eine allgemeine Beziehung zwischen gesundem Essen, dem Befolgen von gesunden Ernährungsgewohnheiten, Sport und psychischem Wohlbefinden. Interessant sei, dass bei ungesunden Ernährungsgewohnheiten das Ausmaß des psychischen Leidens bei Frauen größer ist als bei Männern. Damit sei bestätigt, dass Frauen anfälliger auf ungesundes Essen reagieren als Männer.

Fast Food, das Auslassen des Frühstücks, Koffein und Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index stehen mit psychischen Leiden bei erwachsenen Frauen in Zusammenhang. Lebensmittel mit einem hohen Glykämischen Index, zum Beispiel Weißbrot oder Limonade, lassen den Blutzucker schnell ansteigen. Beim Verzehr von Kohlenhydraten mit einem niedrigen Glykämischen Index, etwa Obst oder Gemüse, steigt der Blutzucker hingegen langsam an.

Früchte und Gemüse mit dunkelgrünen Blättern sollen der Studie zufolge mit psychischem Wohlbefinden in Verbindung stehen. Frauen, die Sport treiben, verzehren außerdem deutlich weniger Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index.

Die Forscherinnen führen derzeit eine parallele Studie mit jungen Männern und Frauen durch. Dabei wird aus einer Längsschnittperspektive die Qualität der Ernährung in Verbindung mit Schlaf und jahreszeitlichen Veränderungen untersucht.

Quelle: Pressetext.com vom 9.6.2021