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09.06.2016

Unwillkürliches Zittern: Entspannungstechniken sind hilfreich

Bei der neurologischen Bewegungsstörung «essentieller Tremor» handelt es sich um ein unwillkürliches Zittern (= lat. Tremor), das bei unterschiedlichen Muskelgruppen auftreten kann. Ein Befall der Stimmbänder ist ebenfalls möglich und erzeugt eine unsichere und "wackelnde" Stimme. Der essentielle Tremor ist eine Form des Zitterns, die ohne erkennbare neurologische Grunderkrankung auftritt. Alltägliche Aktivitäten wie Essen, Schreiben oder Anziehen können infolge der Erkrankung mit großen Problemen verbunden sein, da Bewegungen nicht kontrolliert ausgeführt werden können. Aufregung, Stress oder Unsicherheit führen meist zu einer erheblichen Verstärkung des unwillkürlichen Zitterns und stellen für Betroffene eine besondere - auch psychische Herausforderung - dar.

Bei der neurologischen Bewegungsstörung «essentieller Tremor» handelt es sich um ein unwillkürliches Zittern (= lat. Tremor), das bei unterschiedlichen Muskelgruppen auftreten kann. Ein Befall der Stimmbänder ist ebenfalls möglich und erzeugt eine unsichere und "wackelnde" Stimme. Der essentielle Tremor ist eine Form des Zitterns, die ohne erkennbare neurologische Grunderkrankung auftritt. Alltägliche Aktivitäten wie Essen, Schreiben oder Anziehen können infolge der Erkrankung mit großen Problemen verbunden sein, da Bewegungen nicht kontrolliert ausgeführt werden können. Aufregung, Stress oder Unsicherheit führen meist zu einer erheblichen Verstärkung des unwillkürlichen Zitterns und stellen für Betroffene eine besondere - auch psychische Herausforderung - dar. „Der essentielle Tremor ist ein Aktionstremor, der im Zusammenhang mit alltäglichen Bewegungen auftaucht und durch psychische Anspannung verstärkt wird. Für Betroffene mit leichten bis moderaten Bewegungsstörungen ist es dann hilfreich, sich geeignete Kompensationsmaßnahmen anzueignen, die einer Zunahme des Zitterns bei Stress und Nervosität entgegenwirken. Durch Anwendung von Entspannungstechniken wie Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung können Patienten lernen, Tremor-Spitzen in einem gewissen Maße über einen begrenzten Zeitraum zu beeinflussen und zu verringern“, rät Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld. „Werden die Verfahren gut beherrscht, um Stress und Anspannung zu lösen, können sie bei Bedarf ganz gezielt eingesetzt werden.“ Bei mittelschwerem bis schwer ausgeprägtem Zittern sind Entspannungstechniken allerdings meist nicht mehr ausreichend wirksam.

Chronische Erkrankung mit deutlicher familiärer Häufung

Der essentielle Tremor beginnt oft schon in jungen Jahren und tritt in betroffenen Familien gehäuft auf, was auf eine genetische Mitursache hindeutet. Die Bewegungsstörung ist derzeit nicht heilbar, doch die meisten Patienten profitieren von einer medikamentösen Therapie. Betroffene sollten einen Neurologen aufsuchen und eine Therapie wahrnehmen, wenn sie Einschränkungen im Alltag verspüren und einen Leidensdruck haben. „Zur Behandlung kommen Betablocker wie Propranolol oder entkrampfende Wirkstoffe wie Primidon in Frage, die einzeln oder in Kombination individuell eingesetzt werden können. Sind Kopf oder Stimme vom Tremor betroffen, kann der wiederholte Einsatz von Botulinumtoxin wirkungsvoll sein“, ergänzt der niedergelassene Nervenarzt. Sollten diese medikamentösen Maßnahmen erfolglos sein und es liegt eine schwere Beeinträchtigung durch den Tremor im Alltag vor, kann als weitere Therapieoption die so genannte Tiefe Hirnstimulation eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um einen neurochirurgischen Eingriff in das Gehirn, mit dem die Störung korrigiert werden kann. Das Zittern kann das Leben der Betroffenen sehr verändern, weil die unkontrollierten Bewegungen eine deutliche Behinderung im Alltag darstellen und auch die psychische Verfassung oft negativ beeinflussen. Eine Entwicklung von anderen Störungen des Nervensystems wie eine Demenz oder eine Parkinson-Krankheit muss jedoch nicht befürchtet werden.

Der essentielle Tremor gehört zu den häufigsten Bewegungsstörungen. Das Auftreten in der Bevölkerung nimmt mit dem Alter zu und ist bei Männern und Frauen gleichermaßen vorhanden. Seltener sind auch Kinder betroffen. In der Regel verläuft die Erkrankung chronisch und schreitet langsam fort. Dabei kann es auch Perioden geben, in denen das Zittern unverändert bleibt. In Deutschland sind etwa 2 % der Menschen unter 60 Jahren und mindestens 5 % der über 65-Jährigen betroffen.

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