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11.11.2020

Schlaganfall-Warnsymptome auch während Corona-Krise abklären

Wenn typische Symptome wie Seh-, Sprach- und Hörstörungen, ein gelähmter Arm, ein gelähmtes Bein oder ein herabhängender Mundwinkel einige Minuten anhalten,handelt es sich um einen Notfall. Bis der Notarzt eintrifft, sollte der Betroffene bequem mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden.

Es ist davor zu warnen, dass Patienten in Notfallsituationen aus Sorge vor einem Klinikaufenthalt in Zeiten von Corona, auf eine medizinische Versorgung verzichten oder diese herauszögern. Bei einem Schlaganfall handelt es sich um einen Notfall, der bei Verdacht zeitnah abgeklärt werden muss. „Ein Schlaganfall erfordert eine möglichst frühzeitige Therapie, um etwaige Spätfolgen, die in Form von Behinderungen oder Sprachverlust bestehen können, zu verringern“, meint Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN). „Wenn typische Symptome wie Seh-, Sprach- und Hörstörungen, ein gelähmter Arm, ein gelähmtes Bein oder ein herabhängender Mundwinkel einige Minuten anhalten, muss unverzüglich der Notarzt gerufen werden.“ Bis der Notarzt eintrifft, sollte der Betroffene bequem mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden. Sind Körperteile gelähmt, sollten sie auf einer weichen Unterlage abgelegt werden. Weitere Anzeichen für einen Schlaganfall können auch durch ein herunterhängendes Augenlid, Schwindel und Desorientierung sowie auch Schluckbeschwerden bemerkt werden. Insbesondere bei unter 45-Jährigen werden solche typischen Anzeichen oft nicht mit einem Hirninfarkt in Verbindung gebracht.

FAST-Test: Schnellcheck für Laien

Zeigen sich bei einem selbst oder bei einer anderen Person Symptome für einen Schlaganfall, gibt der FAST-Test nähere Hinweise. Der Test besteht aus vier Teilen und kann auch vom medizinischen Laien ohne weitere Vorkenntnisse durchgeführt werden. Innerhalb kürzester Zeit lassen sich die wichtigsten dieser Anzeichen in Form von Sehstörungen, Sprach- und Sprachverständnis-Störungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Schwindel mit Gangunsicherheit mit dem Test überprüfen.

F steht für Face (Gesicht): Man sollte die Person bitten zu lächeln. Wenn das Gesicht einseitig verzogen ist, deutet das auf eine halbseitige Lähmung hin.
A steht für Arms (Arme): Dabei bittet man die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, sie sinken wieder herunter oder drehen sich.
S steht für Speech: Ist der Betroffene nicht in der Lage, einen einfachen Satz nachzusprechen oder klingt seine Stimme dabei verwaschen, ist das ein Zeichen für Sprachstörungen.
T steht für Time (Zeit) und besagt, dass man unverzüglich die 112 wählen und die Symptome schildern soll

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