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27.07.2016

Nervenschmerzen in beiden Füßen deuten auf Polyneuropathie hin

Die Polyneuropathie ist eine neurologische Erkrankung der peripheren Nerven, die Empfindungen, Muskelbewegung sowie auch das vegetative Nervensystem steuern. Oft leiden Diabetiker infolge dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte unter dieser Nervenschädigung. Die Erkrankung beginnt meist an den unteren Extremitäten, ist oft symmetrisch ausgeprägt und schreitet allmählich voran.

Die Polyneuropathie ist eine neurologische Erkrankung der peripheren Nerven, die Empfindungen, Muskelbewegung sowie auch das vegetative Nervensystem steuern. Oft leiden Diabetiker infolge dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte unter dieser Nervenschädigung. Die Erkrankung beginnt meist an den unteren Extremitäten, ist oft symmetrisch ausgeprägt und schreitet allmählich voran. „Eine Polyneuropathie macht sich oft zunächst in Regionen bemerkbar, die weit weg vom Rückenmark liegen. Je größer die Distanz eines Nervs und seiner Verzweigungen vom Rückenmark ist, desto schlechter wird er im Fall der Nervenerkrankung versorgt. Erste Symptome sind daher oft ein Brennen oder schmerzhafte Missempfindungen in beiden Füßen sowie auch Taubheits- oder Pelzigkeitsgefühle. Manchmal fühlen sich die Beine geschwollen an, obwohl sie nicht verdickt sind oder Patienten spüren einen unangenehmen Druck an den Füßen, obwohl die Schuhe nicht zu eng sind“, berichtet Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld. Die Beschwerden treten dabei insbesondere in Ruhe auf – zumeist nachts im Liegen. Bei Bewegung und Aktivität lassen sie oft nach. Die Erkrankung kann aber auch an anderen Körperteilen auftreten, wie beispielsweise den Armen oder Händen.

Erkrankung bleibt häufig lange unbemerkt – fehlende Schmerzwahrnehmung

Eine diabetische Polyneuropathie entwickelt sich in den meisten Fällen sehr langsam, mit anfänglich oft sehr milden Beschwerden. Der Verlauf ist vielfach sogar so schleichend, dass die Betroffenen selbst lange nichts davon bemerken. „Erkrankte passen ihre Wahrnehmung oft an die sich allmählich verändernde Empfindungsfähigkeit der Nerven an. Das hat zufolge, dass die diabetische Polyneuropathie eher selten im Anfangsstadium erkannt wird“, warnt Dr. Bergmann. „Besonders problematisch ist dies, wenn durch die fehlende Schmerzwahrnehmung die Patienten kleinste Wunden an den Füßen nicht bemerken. Bleiben die Verletzungen unerkannt und unbehandelt, kann sich der betroffene Fuß bis in tiefe Gewebeschichten gefährlich entzünden.“ Die diabetische Neuropathie ist eine wichtige Ursache des sogenannten diabetischen Fußsyndroms - eine der Hauptursachen von Amputationen in Deutschland.

Frühzeitige (Schmerz-)Behandlung wichtig

Bei der diabetischen Polyneuropathie ist eine optimale Blutzuckereinstellung der entscheidende Faktor, um der Entwicklung oder einem raschen Fortschreiten der Erkrankung entgegenzuwirken. Bei ersten Anzeichen einer Nervenschädigung sollte unbedingt zeitnah ein Nervenarzt oder Neurologe aufgesucht werden. „Können die Schmerzen frühzeitig behandelt werden, verringert sich die Gefahr einer Chronifizierung des Nervenschmerzes“, betont der niedergelassene Nervenarzt.

Viele Ursachen können eine Polyneuropathie zur Folge haben, wobei Diabetes mellitus und Alkoholismus an erster Stelle stehen. Aber auch Infektions- oder Stoffwechselkrankheiten, Mangelernährung (z.B. Vitaminmangel), Gift- oder Medikamenteneinwirkungen sowie Erbkrankheiten können eine Polyneuropathie verursachen.

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