Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

28.10.2014

Bewegungsverlangsamung kann ein Frühsymptom von Parkinson sein

Eine Verlangsamung der Körperbewegungen sowie eine Veränderung im Gangbild oder der Körperhaltung können erste Anzeichen für die neurologische Erkrankung Morbus Parkinson sein.

„Typische Krankheitsanzeichen im frühen Stadium sind ebenso schmerzhafte zumeist einseitig auftretende Muskelverspannungen im Nacken-Schulter- und auch Gürtelbereich, die insbesondere nach dem Aufwachen auftreten. Häufig werden diese Beschwerden zunächst als Muskel- oder Gelenkerkrankungen fehlinterpretiert“, berichtet Dr. Frank Bergmann, vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld. „Betroffene fühlen sich zunehmend steif, unsicher und schwerfällig und der Gang wird leicht schlurfend.“ Die Parkinson-Krankheit zeigt zu Beginn oftmals keine klaren eindeutigen Symptome, sondern schreitet zunächst schleichend mit uncharakteristischen Beschwerden fort. Weitere Anzeichen für Parkinson können feine Bewegungsstörungen der Hände sein. „Diese Probleme zeigen sich dann bei ganz alltäglichen Handlungen wie beispielsweise dem Zuknöpfen von Kleidungsstücken, dem Zähneputzen oder dem Zubereiten von Nahrung. Auch kann das Schriftbild unregelmäßiger, zittriger und kleiner werden. Darüber hinaus kann sich die Stimme verändern - sie wird dann monotoner und leiser oder hört sich heiser an“, illustriert der Nervenarzt. Oft gehen den Bewegungsstörungen Riechstörungen Jahre voraus.

Allgemeinbefinden verschlechtert sich parallel

Auch bemerken Betroffene meist eine starke Ermüdbarkeit, Kraftlosigkeit und einen Leistungsabfall an sich, was oft mit verminderter psychischer und physischer Belastbarkeit einhergeht. Bei manchen Personen kommen psychische Auffälligkeiten hinzu, die den Beschwerden einer Depression ähneln, wie eine allgemeine Antriebsminderung, Müdigkeit, depressive Verstimmungen oder auch Schlafstörungen und Vergesslichkeit. Angehörigen fällt oft auf, dass die Betroffenen recht leise sprechen und aus nichtigen Anlässen gereizt oder niedergeschlagen reagieren. Auch verlieren die Gesichtszüge an Ausdruck und die Mimik lässt nach. „Summieren sich diese eher unspezifischen Anzeichen, sollte die Ursache unbedingt von einem Facharzt für Neurologie abgeklärt werden“, rät Dr. Bergmann. „Gerade bei Bewegungsstörungen ist eine frühzeitige Diagnose und eine angemessene Behandlung für den weiteren Verlauf der Erkrankung von großer Bedeutung.“ Parkinson ist zwar nicht heilbar, jedoch kann mit der richtigen Therapie und einer aktiven Lebensweise, die der Muskelsteife entgegenwirkt, die Lebensqualität der Betroffenen erheblich gefördert werden.

Das Parkinson-Syndrom gehört zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern. Das Zittern ist die bekannteste Auswirkung der Erkrankung und auch das häufigste Symptom, weswegen ein Arzt aufgesucht wird. Es tritt jedoch erst auf, wenn sich die Erkrankung bereits in einem mittleren Stadium befindet. Das durchschnittliche Alter bei Diagnosestellung beträgt 55 Jahre. Nur 5 bis 10 Prozent der Erkrankungen treten vor dem Alter von 40 Jahren auf. In Deutschland leiden etwa 150.000 bis 200.000 Menschen an der so genannten Schüttellähmung.

(äin-red) Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.neurologen-im-netz.org. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patientenportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.