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Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Depressionen gehen häufig mit Sexualstörungen einher

Bei den meisten an Depression erkrankten Menschen treten Antriebslosigkeit und ein allgemeiner Interessenverlust auf, was sich auch auf die Sexualität erstrecken kann. „Depressionen haben große Auswirkungen auf das emotionale Erleben der Betroffenen. Der Verlust Gefühle zu spüren und auch angemessen zu zeigen, ist ein wesentliches Merkmal der Erkrankung. Hinzu kommt, dass Betroffene oftmals an Gefühlen zweifeln, die sie zuvor ihrem Partner gegenüber empfunden haben“, berichtet PD Dr. med. Michael Berner von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin. „Gerade in Beziehungen und dabei insbesondere im Hinblick auf die Sexualität kann dies besonders problematisch sein und zu Sexualstörungen führen.“ Depressionen können zudem den Hormonstoffwechsel negativ beeinflussen, auch deswegen treten sie bei dieser Erkrankung häufig auf. Manchmal sind sie sogar das erste körperliche Anzeichen der psychischen Erkrankung.Störungen im Sexualleben können jedoch nicht nur als Symptom einer Depression auftreten sondern auch die Ursache einer dafür sein.  „Sexuelle Funktionsstörungen sind ein ernstes Problem für Betroffene, denn sie mindern die Lebensqualität, verstärken den emotionalen und sozialen Rückzug und verursachen Probleme in der Partnerschaft. Darüber hinaus beeinträchtigen sie das Selbstwertgefühl der Betroffenen. All diese Faktoren können zu Niedergeschlagenheit und schließlich zu einer Depression führen“, ergänzt der Ärztliche Direktor der Rhein-Jura Klinik vom Universitätsklinikum Freiburg. Eine möglichst frühzeitige Diagnose und Behandlung von Depressionen und Sexualstörungen sind daher von großer Bedeutung. „Allerdings können bei manchen Menschen, die wegen Depressionen behandelt werden, auch Antidepressiva sexuelle Störungen auslösen“, ergänzt der Experte.Viele Patienten trauen sich nicht, beim Arzt über ihre Sexualität zu sprechen. Wenn es bei Sexualstörungen nicht nach einigen Wochen zu einer deutlichen Verbesserung kommt, ist es jedoch ratsam, sich psychiatrisch-psychotherapeutische Unterstützung durch einen Sexualtherapeuten zu holen. Um die Art von sexuellen Störungen zu erfassen, werden dann oftmals Fragebögen eingesetzt, die es dem Patienten erleichtern, entsprechend intime Auskünfte zu erteilen. „Durch eine gründliche körperliche Untersuchung sowie eine Untersuchungen durch einen Urologen oder Frauenarzt müssen auch zunächst organische Ursachen ausgeschlossen werden, bevor psychische Auslöser in Betracht kommen“, ergänzt der Experte. „Zur Therapie von sexuellen Sexualstörungen und auch von Depressionen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Beschwerden und dem Ausmaß der Störung beziehungsweise Erkrankung.“Sexualstörungen können auch im Rahmen anderer psychischer Krankheiten wie beispielsweise Sucht- oder Angst-Erkrankungen auftreten.Die Pressemeldung der DGPPN ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung freigegeben.Bitte weisen Sie bei Verwendung im Printbereich auf das Informationsportal der DGPPN, www.psychiater-im-netz.de, hin. Bei Online-Veröffentlichung erbitten wir eine Verlinkung auf die Website.