Die Menopause ist ein zentraler Prozess des biologischen Alterns, der mit einem späteren Risiko für neurodegenerative Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind jedoch noch unklar.
Madelaine Wood Alexander von der University of California und ihr Team untersuchten die Blutproben von 80 Frauen im Alter von 43 bis 58 Jahren auf weibliche Hormone und über 100 Eiweißmoleküle, die mit der Hirngesundheit in Verbindung stehen. Die Ergebnisse verglich das Team mit den Blutproben von 2.814 Frauen ähnlichen Alters aus einer englischen Studie und mit Untersuchungsergebnissen von 11.925 älteren Frauen (60,7 bis 72,1 Jahre) aus vier weiteren unabhängigen Studien.
Anhand der Analysen kam das Forscherteam zu folgenden Erkenntnissen:
- Die biologischen Veränderungen in den Wechseljahren hängen deutlich stärker mit dem Hormonstatus als mit dem Lebensalter der Frauen zusammen.
- In der Prä-, Peri- und Postmenopause fallen insbesondere charakteristische Veränderungen bei 16 Eiweißmoleküle auf: diese markieren Entzündungen, Abbauprozesse und beschleunigte Organ-, Zell- und Hirnalterung.
- Bestimmte Biomarker hingen mit kognitiven Funktionen im fortgeschrittenen Alter zusammen.
Schlussfolgerung
Das Forscherteam sieht sich seinem eigentlichen Ziel nun deutlich näher: Einen Bluttest für Frauen nach der Menopause zu entwickeln, der frühzeitig Hinweise auf das Demenzrisiko im Alter gibt. Zudem könnten einiger der Biomarker Hinweise auf neue Therapieansätze geben, um bestimmte neurodegenerative Erkrankungen im frühen Stadium zu behandeln.
Quelle: Madeline Wood Alexander et al. Blood proteomics of menopause map to brain aging and dementia risk. Nature Medicine (2026). DOI: 10.1038/s41591-026-04648-4