Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Schlafstörungen im Kindes- und Jugendalter

Schlafstörungen sind im Kindes- und Jugendalter häufig. Viele Schlafstörungen müssen dabei jedoch als alters- und entwicklungsabhängiges Phänomen betrachtet werden, die bei einem Teil der Betroffenen vorübergehend auftreten und spontan wieder vergehen. In aller Regel sind diese nächtlichen Probleme nicht besorgniserregend. Nicht selten sind auch falsche Angewohnheiten, ungünstige Begleitumstände oder eine schlechte Schlafhygiene Schuld an den durchbrochenen Nächten.

Bei manchen Kindern und Jugendlichen können jedoch psychische Probleme oder auch körperliche Erkrankungen für den gestörten Schlaf verantwortlich sein. In Frage kommen hierfür beispielsweise psychische Beeinträchtigungen, wie traumatische Erfahrung oder psychosoziale Belastungen sowie unter Umständen psychische Störungen (u.a. Depressionen, Angsterkrankungen, schizophrenen Psychosen oder hyperaktiven Störungen) aber auch körperliche Beschwerden, wie Reflux, Atemwegserkrankungen oder Schmerzzustände. Behandlungsbedürftig sind andauernde, gravierende Schlafstörungen, die zu Leistungs- und Konzentrationsschwierigkeiten führen und sich negativ auf das Allgemeinbefinden auswirken.

Schlafstörungen können sie sehr vielgestaltig sein. Sie können beispielsweise das Ein- oder Durchschlafen betreffen oder es kommt zu morgendlichem Früherwachen. Möglich ist ebenfalls, dass Kinder mehr schlafen als es für den Entwicklungszustand bzw. die Altersklasse üblich ist. Hierbei ist es jedoch für Eltern wichtig zu wissen, welches Schlafverhalten als normal betrachtet werden kann und welche Verläufe Abweichungen von der Normalität darstellen, um einschätzen zu können, ob ihr Nachwuchs Schlafstörungen hat.

Es ist grundsätzlich wichtig, einer Chronifizierung von Schlafproblemen vorzubeugen, aber auch mögliche Störungen oder Erkrankungen auszuschließen oder zu diagnostizieren. In vielen Fällen kann bereits das Etablieren eines positiven Schlafverhaltens vorhandene Probleme beheben. In manchen Fällen ist die Untersuchung in einem Schlaflabor hilfreich, um die Ursachen zu klären und geeignete therapeutische Maßnahmen einzuleiten. Die meisten Schlafstörungen lassen sich erfolgreich therapieren, wobei die Behandlungsmethode bei jedem Kind individuell abgestimmt werden muss.

Schlafstörungen im Kindes- und Jugendalter sind häufig. Jungen scheinen ein höheres Risiko für alle Formen von Schlafstörungen zu haben als Mädchen. Untersuchungen haben gezeigt, dass bis zu 40 Prozent der Kinder im Vorschul- und Schulalter von Schlafstörungen betroffen sind.

Fachliche Unterstützung: Univ.-Prof. Dr. med. Gerd Lehmkuhl, Köln (DGKJP)