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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Definition der Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie)

Eine Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie) ist in der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) genau definiert. Wenn folgende Kriterien erfüllt sind, spricht man von einer Legasthenie:

  • Die Ergebnisse standardisierter Tests zu Lesegenauigkeit, Lesegeschwindigkeit, Leseverständnis und/oder Rechtschreibfertigkeit liegen deutlich unter Vergleichswerten, die aufgrund des Alters, der Intelligenz und der Klassenstufe zu erwarten wären.
  • Die Lese-Rechtschreibstörung wirkt sich negativ auf die schulische Leistung und/oder auf Aktivitäten des täglichen Lebens aus.
  • Andere Erkrankungen, die zu Lese- und Rechtschreibproblemen führen können, sind vor Diagnosestellung auszuschließen. Hierzu gehören u.a. Seh- und Hörbeeinträchtigungen, ADHS, Epilepsie sowie angeborene oder erworbene Hirnschädigungen.
  • Die Entwicklungsstörung muss im Laufe der Grundschulzeit in Erscheinung treten, in der Regel zeigen sich die Beeinträchtigungen von Vorläuferfertigkeiten, wie z.B. Sprachunterscheidung und Lautgedächtnis vor Beginn der Schulzeit.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne, München (DGKJP)