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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatische Medizin & Verhaltenstherapie
Edgar Torkler - Hamburg

Informationsblatt Konstruktiv Denken


Viele ungünstige Gedanken und Einstellungen haben - wie Sie in Ihren ABC-Bögen mittlerweile festgestellt haben - einen ungünstigen Einfluss auf Ihr Erleben, Fühlen und Handeln.
Damit derartige Gedanken langfristig verändert werden können, ist der erste Schritt, diese überhaupt zu kennen. Denen sind Sie mittlerweile auf der Spur. Vielfach gehen wir davon aus, dass das, was wir über uns, andere, die Umwelt, die Zukunft oder Vergangenheit anbelangt, einzig richtig ist. Dabei unterliegen wir immer der Gefahr, Dinge zu übersehen, manches überzubewerten, Annahmen nicht mehr zu prüfen oder zu sehr zu Verallgemeinern. Das führt dazu, dass unser Gedanken und Einstellungen eigentlich nur bestätigt werden können. Damit bliebe aber der Teufelskreis, der depressives Erleben und Verhalten aufrechterhält, erhalten.


Die folgenden Fragen sollen Sie anregen, die von Ihnen als besonders belastend erlebten "automatischen Gedanke" kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob es nicht angemessenere Formen des Denkens in den entsprechenden Situationen, in denen diese Gedanken auftreten, gibt.
Wichtig ist dabei: Können Sie zu diesen Alternativen auch wirklich stehen? Prüfen Sie sich!

Fragen zur Überprüfung ungünstiger Gedanken:

  • Beruht dieser Gedanke auf Tatsachen?
  • Gibt es einen Beweis für die Richtigkeit dieses Gedankens? Welchen Beleg haben Sie dafür, dass das wahr ist?
  • Woher wissen Sie das? Können Sie dafür Beispiele nennen?
  • Wie können Sie wissen, was andere von Ihnen denken?
  • Wie können Sie sicher sein, dass es in Zukunft immer so sein wird wie Sie glauben?
  • Wie wissen Sie, dass das, was Sie über andere denken, wahr ist? Könnte es auch ganz anders sein? Welche anderen Erklärungsmöglichkeiten für das Verhalten anderer gäbe es?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass das passiert, was Sie annehmen?
  • Selbst wenn das eintreten würde: Wo ist der Beweis dafür, dass Sie dann mit der Situation nicht zurecht kämen bzw. dass Sie dies nicht aushalten könnten?

Versuchen Sie bitte, anhand dieser Fragen oder weiterer, die Sie sich stellen, Ihre Gedanken auf deren Realitätsgehalt bzw. Ihre Annahmen über sich oder andere entsprechend zu prüfen. Überlegen Sie bitte sehr konkrete alternative Gedanken, die Sie den anderen entgegensetzen können.

Viel Erfolg!

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