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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatische Medizin & Verhaltenstherapie
Edgar Torkler - Hamburg

Eigenschaften von Angst

Panikartige und agoraphobische Ängste sind die häufigsten psychischen Störungen bei Frauen und die zweithäufigsten bei Männern nach den Suchterkrankungen. Angststörungen sind eine Variante von Stressreaktionen.

Wie jedes Gefühl, so hat auch das Angstgefühl verschiedene Erlebnisebenen, eine

  • kognitive Ebene (Gedanken, Vorstellungen, Fantasien)
  • physiologische Ebene (Herzklopfen, Atemnot, Schwindel)
  • motorische Ebene (Anspannung, Zittern der Hände, der Stimme oder des ganzen Körpers)

75 % der Symptome bei einem Angstgefühl sind körperlichphysiologischer Art (Herzklopfen, Atemnot, Schwindel etc.). Folgende Angstprinzipien wirken verhängnisvoll, indem sie die Angst heftiger werden lassen:

  • Die Sorge, es könnte ein Angstanfall kommen, führt zu "Angst-vor-der-Angst-Gedanken", Befürchtungen oder Erwartungsangst. In der Regel sind Befürchtungen noch wesentlich peinigender als das Angsterleben in der wirklichen Angstsituation.
  • Erwartungsangst begünstigt Meideverhalten; Meiden hält jedoch die Angst aufrecht und verschlimmert sie sogar oft.

Das furchterregende und problematische Thema hinter der Angst ist den Angstpatienten meist nicht bewußt. Aus Angst vollen sie sich auch oft nicht damit auseinandersetzen. Wie ist das denn bei Ihnen? Auf die Frage, "Was könnte denn passieren, wenn ich tatsächlich ohnmächtig werde? oder die Kontrolle verliere?" fällt Ihnen die Antwort vielleicht leichter. Über diesen Weg finden Sie leichter Zugang zu Ihrem Angstthema. Die am häufigsten genannten Angstthenen sind

  • Angst vor Ohnmacht, ok in Verbindung mit
  • Angst vor schwerer Krankheit, die zu Herz oder Erstickungstod führen kann
  • Angst vor Kontrollverlust über den Körper oder über die eigene geistige Zurechnungsfähigkeit

Den meisten Angstpatienten ist das Vertrauen in ihren Körper verloren gegangen, obwohl wiederholte gründliche medizinische Untersuchungen, vor allem Belastungs-EKUs, keinerlei krankhaften Befund ergeben haben.

Datum


22.5.00





Dauer

Uhrzeit von - bis

9.35-9.45




Situation

S

Einkaufen im Supermarkt




Auslöser

kognitiv physiol. motor.

Engegefühl in der Brust




erste 4 Paniksymptome

R

Engegefühl, Schwindel, Herzrasen, Zittern der Beine




Intenstät

1 - 10
schwach bis Panik

R

7 - 8




negative Gedanken

wort-wörtlich

R

"Du kippst gleich um."

"Keiner hilft dir."





Was folgt?
Was machen Sie?

C

Ich lasse den Wagen stehen und laufe aus dem Laden


Fragen zur Überprüfung ungünstiger Gedanken

  • zu überprüfender Gedanke:
  • Beruht dieser Gedanke auf Tatsachen?
  • Gibt es einen Beweis für die Richtigkeit dieses Gedanken?
    Welchen Beleg habe ich dafür, dass das wahr ist?
  • Woher weiß ich das?
    Kann ich dafür Beispiele nennen?
  • Wie kann ich wissen, was andere von mir denken?
  • Wie kann ich sicher sein, dass es in Zukunft immer so sein wird wie ich glaube?
  • Wie weiß ich, dass das was ich über andere denke, wahr ist?
    Könnte es auch ganz anders sein?
    Welche Erklärungsmöglichkeiten für Ihr Verhaften gäbe es?
  • Wie wahrscheinlich ist es. dass das passiert, was ich annehme?
  • Selbst wenn das eintreten würde:
    Wo ist der Beweis dafür, dass ich dann mit der Situation nicht zurecht käme bzw. das ich das nicht aushalten könnte?

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