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12.01.2016

Akute psychische Krise: Im Zweifelsfall Hilfsangebote wahrnehmen

Psychische Krisen können jeden Menschen treffen, unabhängig von Alter, Bildung, Beruf, Herkunft und sozialem Status. Dabei kann eine Krise aus einer kurzfristig einwirkenden Belastung wie einer Schockreaktion aufgrund einer realen Gefahrensituation resultieren oder die Folge einer länger andauernden, kumulativen Belastung sein. Die Ursachen für eine akute seelische Notlage sind vielfältig und können zum Beispiel durch Verlusterlebnisse oder Enttäuschungen, traumatische Erlebnisse, psychosoziale Konflikte, lebensverändernde Umstände oder Umbrüche, Entwurzelung oder Vereinsamung sowie psychische Erkrankungen wie Psychosen, Depressionen oder Angststörungen ausgelöst werden. Menschen mit vorbestehenden psychischen Erkrankungen weisen oft eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber krisenhaften Anlässen auf.

Psychische Krisen können jeden Menschen treffen, unabhängig von Alter, Bildung, Beruf, Herkunft und sozialem Status. Dabei kann eine Krise aus einer kurzfristig einwirkenden Belastung wie einer Schockreaktion aufgrund einer realen Gefahrensituation resultieren oder die Folge einer länger andauernden, kumulativen Belastung sein. Die Ursachen für eine akute seelische Notlage sind vielfältig und können zum Beispiel durch Verlusterlebnisse oder Enttäuschungen, traumatische Erlebnisse, psychosoziale Konflikte, lebensverändernde Umstände oder Umbrüche, Entwurzelung oder Vereinsamung sowie psychische Erkrankungen wie Psychosen, Depressionen oder Angststörungen ausgelöst werden. Menschen mit vorbestehenden psychischen Erkrankungen weisen oft eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber krisenhaften Anlässen auf. „Eine akute Krise beinhaltet den Verlust des inneren Gleichgewichts, den Menschen verspüren, wenn sie mit Situationen oder Lebensumständen konfrontiert werden, die sie momentan nicht bewältigen können, weil die gewohnten Verhaltensstrategien nicht greifen oder zusammenbrechen. In so einer Situation sind oft das Denken und das Fühlen gestört. Die Gedanken drehen sich im Kreis, sind zerstreut und können nicht sinnvoll zu Ende gebracht werden. Manchmal sind die eigenen Gefühle nur schwer wahrnehmbar. Andererseits können sie auch so intensiv auftreten, dass sie schwer zu kontrollieren sind und beispielsweise Angst, Wut, Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit oder Trauer als übermächtig und bedrohlich erscheinen“, berichtet Dr. Iris Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), die ihren Sitz in Berlin hat. Grundsätzlich können verschiedene Symptome mit unterschiedlicher Intensität auftreten, wie unter anderem Anspannung, Angst, Aggressivität, Verwirrtheit oder auch eine Verengung der Wahrnehmung bis hin zu Wahn und Halluzinationen. „Nicht jede seelische Krise bedarf professioneller Unterstützung. Viele Krisen können alleine, mit Hilfe nahe stehender Menschen oder mittels vorübergehender Unterstützung durch Vertrauenspersonen gemeistert werden. Gelingt es jedoch nicht, psychische Krisen aus eigener Kraft in kurzer Zeit zu überwinden, sollte professionelle Hilfe gesucht werden “, rät Dr. Hauth.

Unterstützung und Betreuung durch Umfeld hilfreich

Menschen in psychischen Krisensituationen können auch in der Lage sein, eigene Ressourcen zu aktivieren, um die Krise zu überwinden. Wesentlich ist dabei, dass sie nicht alleine gelassen werden – ihre Familie, Freunde und Bekannte Unterstützung signalisieren sowie Gespräche anbieten. „Grundsätzlich ist es hilfreich, das Stressniveau zu senken, einer Reizüberflutung entgegenzuwirken, Betroffen ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln und Belastungen zu reduzieren. Um die Personen in ihrer Selbstregulation zu unterstützen, kann es beispielsweise hilfreich sein, sie anzuregen und dabei zu begleiten, das zu tun, was ihnen aus ihrer Erfahrung heraus gut tut, etwa einen Spaziergang machen, Routinen aufnehmen oder die Wohnung aufräumen oder etwas zu kochen“, meint Dr. Hauth. Entspannungsübungen sind hingegen in schweren Krisensituationen oft nicht ratsam, weil sie die Innenbetrachtung verstärken und zu weiterer Anspannung führen können.

Führen die Maßnahmen der Belastungsreduktion, Entspannung und die klärenden Gespräche im Umfeld nicht zu einer Bewältigung der Krise, können sich die Betroffenen an verschiedene professionelle Anlaufstellen wenden. Solche Anlaufstellen sind unter anderem der Sozialpsychiatrische Dienst im Gesundheitsamt jeder Stadt, psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen, psychiatrische Institutsambulanzen oder auch Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Für Menschen in einer psychischen Notlage ist es allerdings häufig schwierig, Hilfe von außen anzunehmen. Familie und Freunde sollten den Betroffenen deshalb motivieren und dabei begleiten, professionelle Hilfe anzunehmen sowie gegebenenfalls selbst beim sozialpsychiatrischen Dienst des Wohnortes oder einer Beratungsstelle Informationen über mögliche Hilfen einholen.

Psychischer Notfall kann Soforthilfe erforderlich machen

Kommt es zu einem psychischen Zusammenbruch, brauchen Menschen manchmal sofort professionelle Hilfe, die rasche Entlastung und Klärung herbeiführt. „Je dramatischer die akute Krise ist, desto mehr ist aktives Handeln vom Umfeld gefragt. Intensität und Dauer einer Krise können auch zu suizidalen, lebensmüden Gedanken und Impulsen führen. In einer solchen Eskalation gibt es die Möglichkeit den Notarzt zu rufen, der durch akute pharmakologische Versorgung und gegebenenfalls Einweisung in eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Entlastung einleiten kann“, rät Dr. Hauth. „Als Sofortmaßnahme gibt es zudem die Möglichkeit, eine Notfall-Aufnahme in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie aufzusuchen. Dort werden entlastende Gespräche und bei Bedarf eine pharmakologische Therapie durchgeführt sowie weiteren Maßnahmen beraten. Gegebenenfalls wird auch das Angebot der weiteren Betreuung durch die psychiatrische Institutsambulanz, Tageskliniken oder eine stationäre Aufnahme besprochen.

Soforthilfe-Möglichkeiten in Krisensituationen:

  • Ärztlicher (psychiatrischer) Bereitschaftsdienst: bundesweite Tel.: 116 117
  • Telefonseelsorge: anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222, www.telefonseelsorge.de 
  • Muslimisches Seelsorgetelefon: rund um die Uhr unter der Telefonnummer 030 / 44 35 09 821 erreichbar, www.mutes.de/home.html   
  • Akutaufnahme der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie am jeweiligen Wohnort

Mehr Informationen unter www.psychiater-im-netz.org  bzw. http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/risikofaktoren/traumata-schwere-belastungen/  (Akute Belastungsreaktion)

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