Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

03.11.2015

Emotionales Morgentief kann auf Depression hinweisen

Eine Depression ist oft Tagesschwankungen unterworfen. Die Stimmung befindet sich nicht selten morgens nach dem Aufwachen auf dem Tiefpunkt (Morgentief) und bessert sich im Laufe des Tages, um sich unter Umständen bis zum Abend weitgehend zu normalisieren. Frühmorgendliches Erwachen und ein deutliches missmutiges Stimmungstief in den Morgenstunden kann daher auf eine depressive Erkrankung hinweisen, wenn die Symptome länger als zwei Wochen bestehen.

Eine Depression ist oft Tagesschwankungen unterworfen. Die Stimmung befindet sich nicht selten morgens nach dem Aufwachen auf dem Tiefpunkt (Morgentief) und bessert sich im Laufe des Tages, um sich unter Umständen bis zum Abend weitgehend zu normalisieren. Frühmorgendliches Erwachen und ein deutliches missmutiges Stimmungstief in den Morgenstunden kann daher auf eine depressive Erkrankung hinweisen, wenn die Symptome länger als zwei Wochen bestehen. „Viele depressive Patienten fühlen sich schon zu Tagesbeginn niedergeschlagen, hoffnungslos und verzweifelt. Sie haben Schwierigkeiten, morgens Auszustehen, keinen Schwung, sind kaum belastbar und werden schnell müde“, erklärt Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld. „Manche sind mehr nicht zu echten Gefühlsregungen wie Freude und Trauer fähig, sie fühlen sich innerlich leer und erschöpft. Typisch ist, dass sich die Betroffenen zu allem zwingen müssen – anfangs nur zu aufwändigeren und ungeliebten, später aber auch zu leichteren und angenehmen Tätigkeiten.“ Grundsätzlich können sich Depressionen von Mensch zu Mensch unterschiedlich äußern. Viele Betroffene empfinden Unsicherheit und Angst insbesondere Zukunftsängste. Sie fühlen sich zunehmend überfordert, soziale Kontakte, Freizeitaktivitäten, die Haushaltsführung und auch den Beruf aufrechtzuerhalten.

Manchmal treten körperliche Beschwerden in den Vordergrund

Bei depressiven Erkrankungen treten oft auch eine Reihe von körperlichen Veränderungen ein, die oft umso ausgeprägter sind, je schwerer die Depression ist. Neben Schlafstörungen können längerfristig Schmerzustände wie Kopf-, Rücken- und Nackenscherzen eintreten, für die keine organische Ursache gefunden werden kann. Auch Kreislauf-Störungen, ein Druck- und Engegefühl in der Brust und Herzgegend oder Beschwerden des Magen-Darm-Traktes sind oft Begleitsymptome. „Da Depressionen auch durch körperliche Krankheiten begründbar sein können, ist eine genaue Abklärung eventueller organischer Erkrankungen wichtig“, rät Dr. Bergmann. „Eine frühe Diagnose und Behandlung ist für einen positiven Verlauf der depressiven Erkrankung dann sehr wichtig. Je weniger Krankheitsepisoden bis zum Beginn einer Therapie stattgefunden haben, desto erfolgversprechender ist die Behandlung.“ Durch einen frühen Behandlungsbeginn kann zudem vermieden werden, dass es zu schweren gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen kommt.

Depressionen lassen sich in den meisten Fällen wirksam behandeln, wodurch sich die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessert. „Die Bausteine der Therapie sind die Durchführung einer Psychotherapie und der Einsatz antidepressiver Medikamente beziehungsweise die Kombination beider Maßnahmen“, so der Nervenarzt. „Bei der Wahl der Therapie wird der Wunsch der Patienten berücksichtigt.“ Ohne professionelle Hilfe ist es nur schwer möglich, die Erkrankung zu überwinden. Betroffene laufen Gefahr, weiter in Isolation zu geraten oder zusätzliche Störungen wie Suchterkrankungen zu entwickeln.

In Deutschland leiden schätzungsweise 5% der Bevölkerung, d.h. etwa 4 Millionen Menschen, aktuell an einer Depression. Pro Jahr erkranken etwa 1 bis 2 Personen von 100 neu. Depressive Episoden kommen in jedem Lebensalter vor, der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr.

Weiter Infos unter: www.psychiater-im-netz.org

(äin-red) Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.psychiater-im-netz.org. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patientenportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.