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News

31.05.2019

Zwanghaftes Sexualverhalten und Videospielsucht neue anerkannte Erkrankungen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat „zwanghaftes Sexualverhalten“ und „Online-Spielsucht“ als psychische Störung anerkannt und in ihren Katalog für Krankheiten aufgenommen.

Zwanghaftes Sexualverhalten und Video- oder Online-Spielsucht sind nun international anerkannte Gesundheitsstörungen. Beide sind in der neuen «Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11)» aufgeführt, die bei der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) formell angenommen wurde, wie die WHO mitteilte. Als Sucht auf einer Stufe mit Glücksspiel oder Drogenmissbrauch klassifizierte die in Genf ansässige Organisation „Sexsucht“ jedoch nicht.

Der Katalog ist erstmals seit fast 30 Jahren neu gefasst worden. Er listet 55 000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen auf. Ärzte registrieren ihre Diagnosen künftig mit den neuen Codes. Für krankhaftes Video- oder Online-Spielen ist es «6C51», für zwanghaftes Sexualverhalten «6C72». Damit können präzisere Statistiken erstellt und Gesundheitstrends besser dokumentiert werden. Alle WHO-Mitglieder sollen ihren Krankheiten ab Anfang 2022 nach dem neuen Katalog erfassen.

Nach Angaben des deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation rechnen Krankenkassen nach dem für Deutschland jeweils leicht modifizierten Katalog auch Behandlungen ab. Auch Statistiken zu Todesursachen werden nach den Codes geführt.

Quelle: dpa