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News

31.01.2018

Virtuelle Realität soll zur Behandlung Sozialer Phobie eingesetzt werden

In wenigen Jahren wird man die virtuelle Realität (VR) optisch nicht mehr von echter unterscheiden können. Dieser Effekt könnte künftig bei der Behandlung von Angsterkrankungen genutzt werden, um Menschen mit sozialer Phobie besser behandeln zu können.

Magdeburger Forscher wollen Menschen mit Angstzuständen künftig per VR-Brille helfen. Sie entwickeln derzeit am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen ein neuartiges, auf virtueller Realität beruhendes Verfahren zur Behandlung sozialer Phobien, wie das Zentrum am Mittwoch mitteilte.

Betroffene reagieren mit Angstzuständen, wenn sie zum Beispiel anderen Personen in bestimmten Situationen begegnen. Sie trauen sich nicht, andere Menschen anzusprechen oder in der Öffentlichkeit zu reden. Scheinbar banale Begebenheiten versetzen solche Menschen in erheblichen Stress.

Virtuell werden Betroffene in interaktive Szenarien versetzt, beispielsweise eine Vortragssituation. Bestimmte Parameter, etwa Teilnehmerzahlen können die Wissenschaftler einstellen. Bei den Betroffenen werden die Körperfunktionen aufgezeichnet, um den Stresspegel zu bestimmen. Bei dem Projekt arbeiten die Forscher mit dem Universitätsklinikum Magdeburg zusammen.

Der Europäische Forschungsrat stellt dafür 150 000 Fördermittel zur Verfügung.

Weitere Informationen in der Pressemitteilung

Quelle: dpa