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News

02.10.2017

Scheitern nicht immer in etwas Gutes umdeuten

Früher oder später erleben die meisten Menschen auch einmal ein Scheitern im Leben. Dabei darf man nach Ansicht eines Experten ruhig auch negative Gefühle zulassen – man muss sich nicht einreden, die Situation hätte auch etwas Gutes.

Es ist immer wieder zu lesen: Scheitert jemand, habe das doch auch etwas Gutes. Scheitern sei wichtig und helfe, sich neu zu sortieren. Alles immer positiv umzudeuten, ist aber auch wahnsinnig anstrengend. Deswegen kann man das ruhig mal sein lassen, sagt der Münchner Psychiater Prof. Peter Falkai aus dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). «Echtheit», sagt er, „hat einen hohen Wert.“ Geht es einem schlecht, weil man eine Aufgabe so richtig versemmelt hat, kann man das ruhig zulassen. „Es auszusprechen, tut auch sehr gut“, ist Falkais Erfahrung.

Das gilt auch, wenn andere aus der eigenen Sicht Fehler gemacht haben. „Es gibt eine Tendenz, stets alles positiv zu formulieren.“ Das aber sei nicht authentisch. Die Familie oder auch Kollegen oder Untergebene bekämen in der Regel mit, wenn jemand nicht ehrlich ist. „Besser, derjenige macht seinem Ärger einmal Luft.“ Dann wissen alle, woran sie sind, und können daran arbeiten, dass es beim nächsten Mal besser läuft.

Quelle: dpa

Studie zum Thema

Auch eine aktuelle Untersuchung, die im Journal of Behavioral Decision Making veröffentlicht ist, hat sich mit "Fehlschlägen im Leben" beschäftigt. Demnach motiviert das Zulassen von Emotionen und das damit verbundene Leiden viel stärker zur Fehlerkorrektur, wie auch der zugehörigen Artikel "Bauch lernt besser dazu als Kopf" von Spektrum der Wissenschaft zusammengefasst.