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News

30.01.2017

Bei Schuppenflechte auf psychische Belastung achten

Die Haut als "Spiegel der Seele" ist eine alte Erkenntnis. Hautkrankheiten können eine organische, aber auch seelische Ursachen haben. Nicht selten nimmt beides Einfluss und es kommt zu einem Wechselspiel.

Hautkrankheiten sind sehr verbreitet und nehmen immer mehr zu. Erkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis, Akne, Herpes, Rosacea und Nesselsucht gelten auch als „psychosomatische Hautleiden“, weil sie zwar körperlich gegeben, aber oftmals psychisch beeinflussbar sind. Es ist wissenschaftlich noch nicht geklärt, ob psychische Probleme die Ursache oder die Folge von Hautkrankheiten sind, aber Wechselwirkungen sind gegeben. Die Psyche kann unter Umständen einen entscheidenden Einfluss darauf haben, ob und wann eine Hauterkrankung ausbricht, wie sie sich festsetzt und wie lange sie andauert. Daneben spielen aber auch viele andere Faktoren eine Rolle, wie Chemikalien, mechanische Hautreizungen oder das Raumklima. Bei Schuppenflechte ist bekannt, dass Stress die Beschwerden verstärken kann. Fühlt sich ein Patient über einen längeren Zeitraum gestresst oder psychisch belastet, schüttet der Körper mehr entzündungsfördernde Botenstoffe in der Haut aus.

Wechselwirkung zwischen Psyche und Haut zu erkennen

Es kann dann hilfreich sein, eine Art Tagebuch zu führen. Patienten sollten sich notieren, wann sie sich belastet fühlen - und wann die Krankheit besonders stark ist. Wenn sie dabei einen klaren Zusammenhang erkennen, sprechen sie dies am besten bei ihrem Arzt an. Es kann in diesem Fall sinnvoll sein, sich eine Überweisung für eine psychotherapeutische Behandlung ausstellen zu lassen. Darauf weist die Zeitschrift des Deutschen Psoriasis Bundes «PSO Magazin» (Ausgabe 6/2016) hin.

Quelle: PSO Magazin (Ausgabe 6/2016), dpa