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News

26.07.2019

Arbeitsausfälle wegen psychischer Probleme mehr als verdreifacht

Gegenwärtig verzeichnen alle gesetzlichen Krankenkassen einen Anstieg an Arbeitsunfähigkeitstagen, die auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind.

Die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Probleme hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdreifacht. Das geht aus einer Langzeituntersuchung der DAK-Gesundheit hervor. In ihrem «Psychoreport 2019» hat die Krankenkasse die Fehltage ihrer Versicherten seit 1997 ausgewertet. Die Krankschreibungen von Arbeitnehmern wegen psychischer Leiden erreichten demnach im Jahr 2017 einen Höchststand.

Im Schnitt fiel 2017 jeder Versicherte 2,5 Tage auf der Arbeit wegen psychischer Probleme aus. Zwanzig Jahre vorher waren es im Schnitt nur 0,7 Krankheitstage pro Versichertem. Erst 2018 ging die Zahl der Fehltage wegen psychischer Leiden nach stetigem Anstieg erstmals wieder leicht zurück.

Gewachsenen Bewusstsein und Enttabuisierung von psychischen Erkrankungen können eine Rolle spielen

Die hohen Zahlen bedeuten nach Angaben der DAK nicht zwingend, dass es in der Bevölkerung generell einen Anstieg psychischer Erkrankungen gibt. Vorstandschef Andreas Storm führt die Entwicklung auch auf einen offeneren Umgang damit zurück. «Vor allem beim Arzt-Patienten-Gespräch sind psychische Probleme heutzutage kein Tabu mehr», sagte er laut einer Mitteilung. Deshalb werde auch bei Krankschreibungen offener damit umgegangen.

Quelle: dpa