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Krankschreibungen durch psychische Erkrankungen nehmen weiter zu

Die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von psychischen Leiden ist im vergangenen Jahr in Niedersachsen abermals deutlich gestiegen. Mittlerweile machen Depressionen, Angststörungen und ähnliche Leiden landesweit 11,9 Prozent der Fehltage aus.

Die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von psychischen Leiden ist im vergangenen Jahr in Niedersachsen abermals deutlich gestiegen. Mittlerweile machen Depressionen, Angststörungen und ähnliche Leiden landesweit 11,9 Prozent der Fehltage aus, teilte die Krankenkasse DAK am Mittwoch in Hannover mit. Dies sei ein Anstieg um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.Hausärzte erkennen nach Expertenmeinung mittlerweile früher psychische Krankheiten, außerdem werden die Patienten nicht mehr in dem Maße wie früher gesellschaftlich stigmatisiert. Insgesamt blieb der Krankenstand in Niedersachsen mit 3,4 Prozent auf dem Niveau von 2009.Die Zunahme an seelischen Erkrankungen habe auch mit dem Wandel der Arbeitswelt zu tun. Körperliche Arbeit sei oft noch mit einer leichten Depression möglich. Für Wissens- und Dienstleistungsjobs brauchen Sie stärkere Nerven. Internationalen Studien zufolge erkranken 30 Prozent der Menschen mindestens einmal in ihrem Leben psychisch. Arbeitslose haben ein doppelt so großes Risiko, Alleinerziehende sogar ein vervierfachtes Risiko. Ziel sei es bei psychischen Krankheiten, möglichst die Jobroutine beizubehalten. Arbeit ist demnach ein gesundheitserhaltender Faktor.In ihrem „Gesundheitsreport 2011“ legte die DAK darüber hinaus den Fokus auf junge Arbeitnehmer zwischen 18 und 29 Jahren. Das Berliner IGES Institut befragte für die Studie 3000 junge Erwerbstätige. 59 Prozent der jungen Berufstätigen haben demnach das Gefühl, mehr leisten zu können als im Job verlangt wird. Eine starke Belastung geht durch die Unterforderung der jungen Leute aus. Die Monotonie im Job stresse und könne krank machen.Um die Zahl der psychischen Erkrankungen einzudämmen, ist nach Meinung von DAK-Landeschefin Regina Schulz vor allem das Betriebsklima wichtig. Die Förderung der psychischen Gesundheit sei eine Managementaufgabe, Führungskräfte müssten entsprechend geschult werden. Neben der Unterforderung wirkten sich auch Leistungs-, Zeit- und Konkurrenzdruck, fehlende Anerkennung sowie unsichere Beschäftigungsverhältnisse negativ aus.Aus dem „Gesundheitsreport 2011“ will die DAK Konsequenzen für die Prävention ziehen. So hält die Kasse auch für besorgniserregend, dass bereits zahlreiche junge Berufstätige aufgrund von chronischen Krankheiten wie Fettleibigkeit (3 Prozent) und Bluthochdruck (3 Prozent) am Arbeitsplatz fehlen.Insbesondere in Niedersachsen scheint zudem das sogenannte Komasaufen ein Problem unter den 18- bis 29-Jährigen zu sein. 42 Prozent gaben an, mindestens einmal im Monat fünf oder mehr alkoholische Getränke in zwei bis drei Stunden zu trinken. Bundesweit zählten laut DAK nur 34 Prozent der jungen Erwerbstätigen zu diesen „Rauschtrinkern“.Quelle: dpa