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22.11.2016

Trigeminus-Neuralgie tritt in Winter häufiger auf

Die Trigeminusneuralgie ist eine besondere Reizempfindlichkeit eines Hirnervs und geht mit starken oft schlagartig einsetzenden Schmerzen einher. Neben einer fachärztlichen Abklärung der Beschwerden ist es wichtig, Auslösefaktoren zu erkennen und diese wenn möglich zu vermeiden.

Bei der Trigeminusneuralgie handelt es sich um eine besondere Reizempfindlichkeit des fünften Hirnnervs, dem sogenannten Trigeminusnerv. Dabei kommt es zu Schmerzen, die in verschiedene Bereiche des Gesichts ausstrahlen können. Diese Erkrankung gehört zu den häufigen Formen von Gesichtsschmerz. „Charakteristisch für die Trigeminusneuralgie sind ganz plötzlich einschießende, nur Sekunden andauernde, elektrisierenden Schmerzen im Gesicht. Sie zählen zu den stärksten beschriebenen Schmerzen überhaupt und treten überwiegend auf nur einer Gesichtshälfte auf“, berichtet Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld. „Die Nervenreizung kann mit einem erheblichen Leidensdruck einhergehen, auch weil Menschen, die jahrelang unter den Beschwerden leiden, ein Vermeidungsverhalten entwickeln und beispielsweise nicht mehr nach draußen gehen, wenn kalte Luft als Auslöser wirkt.“ Wer mehrfach unter solchen akut einsetzenden heftigen Gesichtsschmerzen leidet, sollte daher umgehend einen Nervenarzt oder Neurologen aufsuchen.

Zugluft meiden und Gesichtshaut vor Kälte schützen

Bei Erkrankungsbeginn setzen die Schmerzattacken überwiegend spontan ein. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können dann zunehmend äußere Reize, so genannte Trigger, die Schmerzen anstoßen. „Häufige Auslöser der Gesichtsschmerzen sind beispielsweise ein Berührungsreiz im Gesicht, ein Luftzug oder auch ein Kältereiz. Die Trigeminusneuralgie tritt häufiger im Winter als im Sommer auf“, ergänzt Dr. Bergmann. „Es empfiehlt sich daher, Zugluft und einen extremen Kälteeinfluss im Gesicht zu vermeiden. Im Winter ist es ratsam, die Gesichtshaut zu schützen und eine geeignete Hautschutzcreme aufzutragen.“ Allerdings können auch Sprechen, Kauen, Zähneputzen oder Stress die Schmerzen einer Trigeminusneuralgie auslösen. Je früher die Behandlung beginnt, desto größer sind die Chancen, dass sich das Krankheitsbild nicht weiter verschlimmert. So können bestenfalls Spätfolgen wie ein Dauerschmerz, ein Verlust der Sensibilität in der betroffenen Gesichtsregion oder auch Depressionen abgewendet werden.

Im Vorfeld einer Behandlung ist es wichtig, andere Erkrankungen durch verschiedene neurologische Untersuchungen auszuschließen, und eine sichere Diagnose zu stellen. Von einer Trigeminusneuralgie müssen beispielsweise so genannte Cluster-Kopfschmerzen sowie Zahn- und Kieferbeschwerden oder auch Multiplen Sklerose abgegrenzt werden. Zur Behandlung gibt es dann eine Vielzahl an Möglichkeiten.

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