Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

18.11.2014

Regelmäßiger Schlafrhythmus hilft gegen Schlafattacken bei Narkolepsie

Narkolepsie ist eine seltene neurologische Erkrankung, die mit einer Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus einhergeht. Die Krankheit ist charakterisiert durch übermäßige Tagesschläfrigkeit und einen plötzlichen, fast nicht zu unterdrückende Schlafdrang. Bei einigen Betroffenen kommen noch kurz andauernde Anfälle von Muskelversagen - sogenannte Kataplexien - hinzu. Regelmäßige Schlafzeiten können Menschen, die unter Narkolepsie leiden, helfen, die Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus bei der Erkrankung zu kontrollieren. „Ausreichender Nachtschlaf mit regelmäßigen Schlaf- und Aufstehzeiten können den schwer zu unterdrückenden Schlafanfällen entgegenwirken“, empfiehlt Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) mit Sitz in Krefeld. „Auch zwei bis drei Schlafpausen von etwa 20 Minuten können dazu beitragen, die Wachheit tagsüber zu verbessern.“

Die Schlafattacken können bei an Narkolepsie Erkrankten in allen Lebenslagen auftreten, wie zum Beispiel mitten in einem Gespräch, beim Essen oder Autofahren. Gefühlsregungen wie Lachen, Ärger oder Überraschung können bei Betroffenen eine plötzliche Erschlaffung der Körpermuskulatur auslösen. Bei stärkerer Ausprägung eines Anfalls kann es auch zu Stürzen kommen. Die Symptome begleiten die Patienten mehr oder weniger den ganzen Tag über. Lebenslang muss in fast jeder Situation darauf Rücksicht genommen werden. „Narkolepsie ist nicht heilbar, aber behandelbar. Die Symptome lassen sich bis zu einem gewissen Grad durch bestimmte Verhaltensmaßnahmen sowie auch Medikamente beeinflussen. Sinnvoll ist eine individuelle Behandlungsstrategie mit beiden Komponenten, die von Arzt und Patient gemeinsam erarbeitet wird“, meint der Neurologe. „Die nichtmedikamentöse Therapie spielt in der Behandlung der Tagesschläfrigkeit bei Narkolepsie eine wesentliche Rolle. In leichten Fällen können eine bewusste Tagesgestaltung und die Einhaltung von Bewältigungsstrategien ausreichen, um ohne Medikamente auszukommen.“

Man geht heutzutage davon aus, dass es sich bei Narkolepsie um eine Autoimmunerkrankung handelt. Die Krankheit kann in jedem Alter erstmals auftreten, wobei es zwischen dem 10. und 20. sowie dem 30. und 40. Lebensjahr zwei Häufigkeitsgipfel gibt. „Die Erkrankung kann schleichend, aber auch mit allen Symptomen plötzlich beginnen, wobei der Schweregrad bei den Betroffenen sehr unterschiedlich sein kann. Ein Merkmal, das die Narkolepsie von anderen Formen der Tagesschläfrigkeit, die als Hypersomnie bezeichnet werden, unterscheidet, sind die Kataplexien“, ergänzt Dr. Beil. Die Beeinträchtigung im Alltag ist erheblich, sowohl im Berufsleben als auch in der Familie und im sozialen Umfeld. Hilfreich ist es, dass Betroffene ihre Arbeitskollegen sowie ihren Freundeskreis über die Erkrankung informieren. Das Verständnis für die Lebenssituation und die dann doch häufig erfahrenen Hilfestellungen der Umwelt erleichtern die Krankheitsbewältigung.

Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.neurologen-im-netz.org. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patientenportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.