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19.07.2016

Parkinson-Patienten entwickeln oft Depressionen – Mitbehandlung wichtig

Morbus Parkinson, auch Schüttellähmung genannt, gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Wesentliche Symptome der Erkrankung sind Bewegungsstörungen, Muskelzittern und Gleichgewichtsstörungen, wodurch die Erkrankten mit erheblichen körperlichen Behinderungen zu tun haben und allmählich die Selbstständigkeit im Alltag verlieren. Infolge der hirnorganischen Veränderungen kann es auch zu psychischen Veränderungen kommen.

Morbus Parkinson, auch Schüttellähmung genannt, gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Wesentliche Symptome der Erkrankung sind Bewegungsstörungen, Muskelzittern und Gleichgewichtsstörungen, wodurch die Erkrankten mit erheblichen körperlichen Behinderungen zu tun haben und allmählich die Selbstständigkeit im Alltag verlieren. Infolge der hirnorganischen Veränderungen kann es auch zu psychischen Veränderungen kommen. Bei circa 40 Prozent der Betroffenen treten Depressionen auf und beeinträchtigen das Wohlbefinden und die Lebensqualität zusätzlich. Eine adäquate Behandlung von psychischen Begleiterkrankungen ist daher von enormer Wichtigkeit. „Depressionen können sich bei Parkinson-Patienten im Erkrankungsverlauf entwickeln oder aber bereits im Frühstadium oder sogar im Vorfeld der Erkrankung auftreten. Sie gelten als eigenständiges Merkmal der Parkinson-Erkrankung und werden durch Störungen im Neurotransmitter-Haushalt mitverursacht. So ist beispielsweise das intensive Gefühl von Traurigkeit, das bei Bewegungsunfähigkeit auftritt, durch neurochemische Veränderungen verursacht“, berichtet Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld. „Weitere typische Symptome von Depressionen sind Niedergeschlagenheit, Schuldgefühle und Hoffnungslosigkeit sowie Schlafstörungen und Erschöpfung, die über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen anhalten. Je frühzeitiger diese Anzeichen erkannt werden, desto eher können sie vom Arzt mitbehandelt werden und eine ungünstige Entwicklung kann vermieden werden.“ Die Abgrenzung von Parkinson und einer Depression kann sich jedoch besonders zu Beginn einer dieser beiden Erkrankungen als schwierig darstellen, weil sich die Symptome oft überlappen. Der Hauptansatzpunkt bei der Behandlung von Depressionen bei Parkinson liegt dann in der medikamentösen Therapie - daneben können auch psychotherapeutische Verfahren eingesetzt werden.

Auch Ängste treten bei Parkinson gehäuft auf

Ein weiteres häufiges Problem bei der Parkinson-Erkrankung sind Angstzustände, die allein oder auch gemeinsam mit einer Depression auftreten können. Angststörungen manifestieren sich meist im Verlauf einer Parkinson-Krankheit, können aber auch zu Erkrankungsbeginn einsetzen. „Zu erhöhter Ängstlichkeit kommt es insbesondere bei Patienten, die infolge der Erkrankung oft stürzen. Einige Patienten entwickeln aufgrund der Erkrankung Gefühle der Scham. Sie meiden dann zunehmend die Öffentlichkeit und ziehen sich von sozialen Kontakten zurück bis hin zur Entwicklung einer sozialen Phobie“, ergänzt der niedergelassene Nervenarzt. „Angststörung sind gut behandelbare psychische Erkrankungen und lassen sich unter geeigneter Therapie sehr gut bessern.“ Ein weiteres Problem, das bei Patienten mit dem Parkinson-Syndrom gehäuft auftritt, sind Störungen der Impulskontrolle, die unter anderem zur Spielsucht führen können.

Eine Heilung der Parkinson-Erkrankung ist derzeit nicht möglich. Durch den Einsatz von Medikamenten und operativen Verfahren kann jedoch eine deutliche Symptomreduktion und eine hiermit verbundene Verbesserung der Lebensqualität erzielt werden. In Deutschland leiden circa 220.000 Menschen an einer Parkinson-Erkrankung. Das durchschnittliche Alter bei Diagnosestellung beträgt 60 Jahre. Etwa 10% der Betroffenen erkrankten vor dem 40. Lebensjahr. Die Lebenserwartung ist inzwischen aufgrund der zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten nicht geringer als bei Gesunden.

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