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21.01.2019

Kältekopfschmerzen durch Wärme und sanfte Massage lindern

Im Winter kann der Ortswechsel von beheizten Innenräumen zu einer deutlich kälteren Außentemperatur bei manchen Menschen plötzliche Kopfschmerzen hervorrufen. Auch die Einnahme sehr kalter Getränke oder Speisen kann einen so genannten Kältekopfschmerz auslösen.

Im Winter kann der Ortswechsel von beheizten Innenräumen zu einer deutlich kälteren Außentemperatur bei manchen Menschen plötzliche Kopfschmerzen hervorrufen. Auch die Einnahme sehr kalter Getränke oder Speisen kann einen so genannten Kältekopfschmerz auslösen. „Der Kältekopfschmerz ist ein intensiver Schmerz, der abrupt und stechend in der Stirn auftritt. Kältekopfschmerzen sind zwar nicht gefährlich, können Betroffene aber sehr belasten“, erklärt Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) in Krefeld. „Mützen und Schals können ein Stück weit vor der Schmerzentstehung schützen. Ist der Kältekopfschmerz schon eingetreten, kann man durch langsames Aufwärmen und mit leichter Massage gegen die Schmerzen arbeiten. Bei Bedarf können die Betroffenen auch auf frei verkäufliche Schmerzmittel mit den klassischen Wirkstoffen wie ASS oder Ibuprofen zurückgreifen, um die Beschwerden zu lindern.“ Wurde durch die Kälte ein Migräneanfall ausgelöst, können die Schmerzen unter Umständen über Stunden andauern. Leichte und mittelschwere Migräneattacken können ebenfalls mit herkömmlichen Kopfschmerzmitteln behandelt werden. Bei starken Migräne-Attacken helfen spezielle Migräne-Präparate, so genannte Triptane.

Auslöser für Kopfschmerzen identifizieren – Attacken vorbeugen

Menschen, die allgemein anfällig für Kopfschmerzen sind, sollten beobachten, in welchen Situationen oder bei welchen Verhaltensweisen sie diese Beschwerden entwickeln. Für Kopfschmerzen können oft individuelle Auslöser, so genannte Trigger, verantwortlich sein. Verschiedenste Reize wie bestimmte Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln, Alkohol aber auch Lichtreize, unregelmäßige Schlafzeiten oder Stresssituationen kommen als Auslöser in Frage. Insbesondere bei Migräne oder auch Cluster-Kopfschmerzen stehen individuelle Trigger im Vordergrund. „Bei häufigen Problemen mit Kopfschmerzen ist das Führen eines Kopfschmerztagebuchs hilfreich, um Zusammenhänge mit Auslösefaktoren zu identifizieren. In einem Tagebuch können jeweils Stärke, Dauer, Beschaffenheit und Begleitbeschwerden sowie mögliche Auslöser der Schmerzen notiert werden“, ergänzt Dr. Beil. „Auch sämtliche Medikamente, die eingenommen wurden, sollten vermerkt werden, um die Einnahme von Schmerzmitteln effektiv kontrollieren zu können. Denn ein übermäßiger Gebrauch von Schmerzmitteln kann zu einem Dauerkopfschmerz führen.“ Wichtig bei Kopfschmerzen ist grundsätzlich, dass sie fachärztlich abgeklärt werden, um eine gezielte Behandlung oder auch Prophylaxe vornehmen zu können.

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