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28.10.2013

Häufigste Schwindelform oft in wenigen Minuten behoben

Bei Schwindel handelt es sich um keine eigenständige Krankheit, sondern um ein so genanntes multisensorisches Syndrom. Eine exakte Diagnose ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.

Erwachsener mit Schwindel-Symptomen

Lagerungsschwindel ist in vielen Fällen gut behandelbar

Schwindel kann unterschiedliche Ursachen haben. Die am häufigsten auftretende Schwindelform, der gutartige Lagerungsschwindel, ist sehr gut behandelbar und kann durch ein einfaches Befreiungsmanöver bei vielen Patienten behoben werden. „Der Lagerungsschwindel wird durch kristalline Ablagerungen in einem der Bogengänge im Innenohr des Gleichgewichtsorgans verursacht, die dort eine fehlerhafte Fall- oder Drehempfindung bei Betroffenen auslösen“, erklärt Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen, der seinen Sitz in Krefeld hat. „Durch ein einfaches gezieltes Manöver ist es möglich, die Ablagerungen aus dem Bogengang zu entfernen und dadurch eine deutliche Besserung der Beschwerden bis hin zur Beschwerdefreiheit zu ermöglichen.“ Das so genannte Befreiungsmanöver besteht in einer schnellen Umlagerung von Kopf und Körper, die unter therapeutischer Anleitung durchgeführt wird. Nach dem Manöver kann in den nächsten Stunden bis zu einigen Tagen leichtes Unwohlsein auftreten, weitere Nebenwirkungen sind in der Regel nicht zu erwarten. Gegebenenfalls muss das Befreiungsmanöver beim erneuten Auftreten von Beschwerden wiederholt werden. Nach einer Anleitung durch einen Arzt kann der Patient das Manöver auch selbst durchführen.

Typisch für den Lagerungsschwindel sind heftige Drehschwindelattacken, die durch eine Änderung der Kopf- oder Körperlage ausgelöst werden – etwa beim Heben des Kopfes oder beim Hinlegen. Es kann dabei auch ein Fallgefühl eintreten und zu starker Übelkeit bzw. zum Brechreiz kommen. „Der gutartige Lagerungsschwindel tritt anfallsweise auf und ist eine vergleichsweise harmlose  Erkrankung. Von den Betroffenen wird er jedoch als sehr unangenehm und bedrohlich wahrgenommen“, ergänzt Dr. Beil. „Um sich unnötige Ängste zu ersparen, ist es daher wichtig, einen erfahrenen Neurologen aufzusuchen, der eine gezielte Schwindeldiagnostik durchführen kann. Hierfür wird unter anderem überprüft, ob beim Betroffenen begleitend ein Zittern der Augen auftritt, wenn der Schwindel durch eine Kopfbewegung provoziert wird.“

Eine exakte Diagnose ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Bei Schwindel handelt es sich um keine eigenständige Krankheit, sondern um ein so genanntes multisensorisches Syndrom. Es macht sich durch eine gestörte Wahrnehmung verschiedener Sinne, den Verlust der Körpersicherheit im Raum und damit verbundenen Gleichgewichtsstörungen bemerkbar. Hinter Schwindelgefühlen können sich neurologische Störungen, Ohren-Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden, aber auch psychische Ursachen wie eine Angststörung verbergen.

 

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