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23.07.2018

Gedächtnisstörungen und Verhaltensänderungen bei Senioren können auch auf eine Epilepsie hinweisen

Ein Epilepsie bei älteren Menschen kann sich durch kurze Bewusstseinseintrübungen, Sprechblockaden, zeitweiligen Gedächtnisverlust oder auch Verwirrtheit äußern. Für die Diagnose ist eine umfassende neurologische Untersuchung notwendig, insbesondere um andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen oder Medikamenten-Wechselwirkungen auszuschliessen. Die Altersepilepsie ist gut behandelbar.

Eine Epilepsie im Alter kann Symptome hervorrufen, die sich von denen jüngerer Patienten unterscheiden. „Symptome eines epileptischen Anfalls bei älteren Menschen können Bewusstseinseintrübungen, die sich beispielsweise durch ein Starren äußern können, eine Sprechblockade, Gedächtnisverlust oder auch Verwirrtheit sein“, erläutert Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN). „Die bei jüngeren Menschen häufig auftretenden epileptischen Anfälle mit Muskelkrämpfen, Muskelzuckungen und mitunter auch Bewusstseinsverlust treten bei Senioren eher seltener auf. Weitere Symptome bei älteren Betroffenen können zeitweise auftretende Lähmungserscheinungen oder Missempfindungen sein, aber auch ganz unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen.“ Nicht selten bemerken viele der älteren Patienten ihre oft nur kurze Augenblicke bis wenige Minuten dauernden Anfälle gar nicht, solange sie nicht dabei hinfallen und sich verletzen. Aber gerade diese möglichen Stürze und die damit einhergehende Verletzungsgefahr stellen für ältere Epileptiker ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. „Ein Sturz kann aufgrund der geringeren Knochendichte im Alter schneller zu Knochenbrüchen führen. Zudem steigt das Risiko mit zunehmendem Alter, dass es nach einem Sturz zu Blutungen im Gehirn kommt“, warnt der Neurologe.

Abklärung der Symptome beim Neurologen

Die Symptome einer Spätepilepsie sollten durch eine umfassende Untersuchung bei einem Neurologen abgeklärt werden. Dabei müssen insbesondere andere mögliche Ursachen für die bestehenden Beschwerden, wie beispielsweise kurzzeitige Hirndurchblutungsstörungen, Schwindelursachen, Migräne oder Medikamenten-Nebenwirkungen ausgeschlossen werden.
Das Auftreten einer Epilepsie im fortgeschrittenen Lebensalter kann eine ganze Reihe verschiedener Ursachen haben. „Bei rund der Hälfte der älteren Patienten mit einer Epilepsie sind Durchblutungsstörungen des Gehirns oder vorangegangene Schlaganfälle der Grund für die Erkrankung. So können beispielsweise auch durch einen Schlaganfall verursachte Narben oder Blutabbauprodukte, die nach einem Schlaganfall im Gehirn verbleiben, zu den epileptischen Anfällen führen“, erklärt Dr. Beil. Demenzerkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit können ebenfalls eine Epilepsie im Alter verursachen. Rund 3-5 Prozent der Demenzpatienten sind davon betroffen. 

Altersgerechte Therapie ist wichtig

Ältere Patienten mit einer Epilepsie sind heutzutage insbesondere mit modernen Antiepileptika gut zu behandeln. Dabei gilt es jedoch, einige altersbedingte Besonderheiten zu berücksichtigen. „Beim Einsatz von Medikamenten muss die Einstellung der Dosierung meist langsam erfolgen“, sagt Dr. Beil. „Zudem müssen zusätzliche Erkrankungen des Patienten sowie mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, die der Betroffene einnimmt, berücksichtigt werden.“ Auch ist Dosierung der Medikamente im Alter in der Regel niedriger als bei jüngeren Menschen, da sich der Stoffwechsel des Organismus mit zunehmendem Alter ändert. Ganz entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist die regelmäßige Einnahme der Antiepileptika.
In Deutschland gibt es insgesamt rund 500.000 Epilepsie-Patienten. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei etwa 10.000 pro Jahr. Am häufigsten sind ältere Menschen von der Erkrankung betroffen. Die Altersepilepsie ist die dritthäufigste Erkrankung des Nervensystems im Alter nach Demenzen und Schlaganfall.        

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