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02.12.2014

Durch mehr Aufmerksamkeit gegenüber sich selbst Migräne vorbeugen

Die Migräne ist ein anfallsartiger Kopfschmerz, der in unregelmäßigen Abständen wiederkehrt. Manche Menschen haben nur ein- oder zweimal im Jahr eine Migräne. Andere leiden mehrmals im Monat oder gar fast täglich darunter. Durch eine gezielte Migräne-Prophylaxe kann die Häufigkeit, Schwere und Dauer der Attacken aber wirksam reduziert werden.

Migräne-Betroffene, sollten hinsichtlich ihrer Schlaf- und Ernährungsgewohnheiten auf einen möglichst gleichmäßigen Ablauf achten, um das Risiko für diese Kopfschmerz-Attacken zu verringern. „Geregelte Mahlzeiten sind hilfreich, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und Schwankungen zu vermeiden. Empfehlenswert ist außerdem, wenig bis gar keinen Alkohol zu trinken und für einen geregelten Schlaf mit ausreichender Dauer zu sorgen“, rät Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Krefeld. „Eine weitere Möglichkeit für eine nicht-medikamentöse Migräne-Vorbeugung ist das Ausüben von Ausdauersportarten mit einer gleichmäßigen moderaten Belastung.“ Ideal sind Disziplinen wie Joggen, Schwimmen, Walken oder Radfahren. Betroffene sollten dabei darauf achten, sich nicht zu überfordern und den Körper zu überanstrengen.

Auslöser von Kopfschmerzattacken erkennen und vermeiden

Die Auslöser einer Migräneattacke können individuell sehr unterschiedlich sein. Dabei spielen äußere Faktoren, wie bestimmte Lebens- und Genussmittel, Nahrungsmittelzusätze oder auch Witterungsbedingungen eine Rolle. Aus dem Inneren heraus können Hormonschwankungen, Blutzuckerspiegelschwankungen sowie auch emotionale oder körperliche Anspannung für Migräne-Attacken ursächlich sein. „Auslösende Reize zu kennen und soweit möglich zu vermeiden ist ein wichtiger Beitrag zur Vorbeugung von Migräne“, empfiehlt der Aachener Nervenarzt, Psychiater und Psychotherapeut. „Hierfür kann das Führen eines Kopfschmerztagebuchs hilfreich sein.“

Manchen Betroffenen, die Schwierigkeiten dabei haben ihre psychischen Einflussfaktoren zu erkennen oder ihnen gegenzusteuern, kann eine Verhaltenstherapie helfen. „Im Rahmen eines Stressbewältigungstrainings können Betroffene lernen, ihre individuellen Stressfaktoren im Alltag und Beruf zu identifizieren. Zudem bekommen sie Strategien an die Hand, diesen Stressoren aktiv zu begegnen und einen besseren Umgang damit zu erlernen“, berichtet Dr. Bergmann. Zur Migräne-Vorbeugung haben sich ebenso eine Reihe von Entspannungstechniken wie autogenes Training, Biofeedback oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson bewährt. Diesen Therapieansätzen ist gemein, dass sie den Migräne-Patienten lehren, aufmerksamer gegenüber sich selbst zu werden und Anspannung gezielt zu begegnen.

Wenn Menschen mehr als 2 Migräne-Anfälle im Monat erleiden oder Attacken auftreten, die länger als 72 Stunden andauern und sie diese nicht durch alternative Verfahren abwenden können, bietet sich eine medikamentöse Prophylaxe an.

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